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Flussauenreservat
Umweltminister Axel Vogel gratuliert Nationalpark Unteres Odertal

Festakt in malerischer Kulisse: Nationalpark-Chef Dirk Treichel (4. von links) begrüßte zum Jubiläum unter anderen Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (3. von links) und Professor Michael Succow von der Succow-Stiftung (5. von links).
Festakt in malerischer Kulisse: Nationalpark-Chef Dirk Treichel (4. von links) begrüßte zum Jubiläum unter anderen Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (3. von links) und Professor Michael Succow von der Succow-Stiftung (5. von links). © Foto: Thorsten Pifan/MOZ
Thorsten Pifan / 30.06.2020, 03:30 Uhr
Criewen (MOZ) Mit Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) hatten die Organisatoren des Kuratoriums zum 25-jährigen Bestehen des Nationalparks Unteres Odertal genau den richtigen Laudator geladen. Denn Vogel kennt das Flussauenreservat sehr gut, hat er doch vor einem Vierteljahrhundert als stellvertretender Direktor des Landesamtes für Großschutzgebiete tatkräftig am Entstehen des Nationalparks mitgewirkt. Er war eine Zeitlang Aufbauleiter des Parks.

So erinnerte sich Vogel noch sehr gut daran, dass die Stadt Schwedt seinerzeit zu den schärfsten Kritikern des Naturreservats gehörte, während die Stadt heute den Titel "Nationalparkstadt" voller Stolz auf ihren Ortsschildern prangen hat. "Da haben wir eine nachholende Akzeptanz geschaffen", sagte der Minister, ebenfalls nicht ohne Stolz, denn irgendwie ist der Nationalpark ja auch sein Kind.

Grenzübergreifendes Projekt

Ist der Nationalpark in seiner heutigen Form ein hohes Gut, das es zu schützen gilt, denken viele im Umfeld des Reservats schon weiter – und größer. Denn auch Mitte der 1990er-Jahre gab es schon die Idee, ein grenzübergreifendes Projekt zu initiieren – nicht immer ganz den Gegebenheiten und den Gesetzen konform.

So gab es beispielsweise die Idee, einen Nationalpark diesseits und jenseits der Oder zu schaffen, mit einer Wildnis auf polnischer Seite und einer Kulturlandschaft auf deutscher Seite. "Das aber wurde nicht genehmigt, es musste Wildnisgebiete auf beiden Seiten der Grenze geben", sagte Vogel. Sonst hätten die Deutschen so weiter wirtschaften können wie bisher, die eigentlichen Schutzgebiete hätten auf polnischer Seite gelegen.

Obwohl Polen seit 2004 auch Mitglied der Europäischen Union ist, hat sich im Zusammenwachsen der Naturreservate auf beiden Seiten der Oder nicht wirklich viel getan, trotzdem Jarosław Rzepa, der als Abgeordneter Westpommern in Warschau vertritt, deutliche Signale in diese Richtung aussandte. Nationalpark-Chef Dirk Treichel begrüßte das, sieht die Früchte solch eines Vorstoßes aber noch sehr hoch hängen: "Aktuell hat für die polnische Seite der Ausbau der West-Oder große Priorität", sagte er. Das Projekt ist auf deutscher Seite hoch umstritten, weil es bei Hochwasser auch den Nationalpark gefährden könnte.

Mit dem Bestreben, einen grenzübergreifenden  Nationalpark einzurichten, könnte es sein, dass sie sich selbst ausbremsen und das solle selbstverständlich vermieden werden – entsprechend müsse sich auf polnischer Seite erst der grundlegende Kurs ändern, bevor ein gemeinsames Ziel und ein "Inter-"Nationalpark ins Auge gefasst werden könne.

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