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Wegen Corona
Grüne fordern Tests in Brandenburger Schlachtbetrieben

Die Grünen-Fraktion im Brandenburger Landtag fordert regelmäßige Tests in großen Brandenburger Schlachtbetrieben. (Symbolbild)
Die Grünen-Fraktion im Brandenburger Landtag fordert regelmäßige Tests in großen Brandenburger Schlachtbetrieben. (Symbolbild) © Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
dpa / 30.06.2020, 18:53 Uhr - Aktualisiert 01.07.2020, 10:14
Potsdam (dpa) Nachdem sich in Schlachthöfen anderer Bundesländer Fälle von Corona-Infektionen häuften, hat die Grünen-Fraktion im Landtag regelmäßige Tests in großen Brandenburger Schlachtbetrieben gefordert.

"Die Häufungen von Corona-Fällen in Großschlachthöfen zeigen, dass wir es mit einem strukturellen Problem zu tun haben", so Fraktionsvorsitzender Benjamin Raschke am Dienstag.

Die aktuellsten Nachrichten zum Coronavirus in Berlin und Brandenburg finden Sie in unserem Corona-Blog. 

Die Angestellten arbeiteten und wohnten auf engstem Raum und häufig ohne notwendige Schutzmaßnahmen, so Raschke weiter. "Auch ohne Pandemie gibt es hier dringenden Handlungsbedarf – das Virus legt nur den Finger in die Wunde." Für die Tests könne das zuständige Ministerium die nötigen Laborkapazitäten vermitteln. Zudem müssten Abstands- und Hygieneregeln konsequent eingehalten werden.

Laut dem Gesundheitsministerium können die Schlachtbetriebe selbst entscheiden, ob sie ihre Mitarbeiter auf das Coronavirus testen. "Es wird empfohlen, gezwungen werden können sie aber nicht", so ein Sprecher.

In Brandenburg wurden seit Ende Mai unangekündigt Kontrollen in fleischverarbeitenden Betrieben durchgeführt. Die Kontrollen liefen nach Angaben des Ministeriums am Dienstag aus. Ein Zwischenbericht von vor rund zwei Wochen sprach von keinen größeren Beanstandungen. Detaillierte Ergebnisse sollen im Laufe des Monats Juli vorliegen.

Nach Angaben des Ministeriums arbeiten landesweit insgesamt 138 behördlich zugelassene Schlachtbetriebe; 47 davon haben mehr als 20 Beschäftigte; 32 Betriebe beschäftigen zwischen 20 und 49 Mitarbeiter, 6 haben zwischen 50 und 99 Beschäftigte. Weitere 6 Betriebe haben zwischen 100 und 249, 3 Betriebe zwischen 250 und 499 Mitarbeiter.

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Peter Tiedke 30.06.2020 - 22:12:53

Wieder richtig,

Nur wird gerade "aus Versehen" der Vorhang durch Corona bei der Fleischmafia ein wenig gelüftet. 2014 gab es für Berichte in der "Zeit" über das Schweinesystem sogar einen Journalistenpreis - geändert hat sich nichts.

kay-uwe granz 30.06.2020 - 20:14:07

@Peter Tiedke

Das Thema zieht sich durch fast alle Branchen, und betrifft nicht nur die Fleischmafia.

Peter Tiedke 30.06.2020 - 19:39:26

Recht hat er

"Auch ohne Pandemie gibt es hier dringenden Handlungsbedarf – das Virus legt nur den Finger in die Wunde." Das heißt doch, Corona-Tests sind nicht ausreichend! Besonders bei den Großen der Branche muss öffentlich gemacht werden, ob sie ihren Profit aus der Maloche der mit Werksverträgen von Subunternehmen abgespeisten Kollegen aus Rumänien, Bulgarien, der Ukraine etc. saugen. Der "Fleischgipfel" ist doch blanker Hohn : Glaubt jemand tatsächlich, dass Leute wie Tönnies von den geforderten Preissteigerungen freiwillig etwas seinen Lohnsklaven überlässt? Als ob er bisher nur keine Möglichkeit gehabt hätte, der arme Multimilliardär?

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