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Flughafen BER
11.000 Haushalte in Brandenburg verzichten auf Schallschutz-Umbauten

Lindenbäume stehen vor dem Terminal des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER).
Lindenbäume stehen vor dem Terminal des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER). © Foto: Patrick Pleul/dpa
Ulrich Thiessen / 13.07.2020, 18:18 Uhr - Aktualisiert 13.07.2020, 18:46
Potsdam (MOZ) Im Umfeld des Flughafen Schönefeld gibt es rund 11.000 Haushalte, die einen Anspruch auf bauliche Schallschutzmaßnahmen haben, aber die entsprechenden Gelder noch nicht abgerufen haben.

Viele Handwerker klagten, dass trotz Finanzierungszusage kaum Baumaßnahmen in Auftrag gegeben werden, sagte der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Engelbert Lütke Daldrup am Montag im zuständigen Ausschuss des Landtages.

Zum Teil liege es daran, dass die Vorgaben zum Lärmschutz sehr weitgehende bauliche Eingriffe bedeuten und die Betroffenen davor zurückschrecken, sagte der Bereichsleiter Schallschutz, Ralf Wagner. Andere Anwohner hofften immer noch, dass die Eröffnung sich erneut verzögern wird.

Seitens der Flughafengesellschaft wurde darauf hingewiesen, dass Anwohner, die ihren Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen jahrelang nicht wahrnehmen, selbst für die inzwischen eintretenden Kostensteigerungen aufkommen müssen.

Lütke Daldrup erklärte, dass die Flughafengesellschaft 300 Millionen Euro an Entschädigungen ausgezahlt hat. Das erfolgt immer dann, wenn die Schallschutzmaßnahmen 30 Prozent des Wertes eines Hauses übersteigen. Es gebe jedoch keinen Überblick, ob die Entschädigten die Gelder tatsächlich in Schallschutz investiert haben.

Weniger Verluste durch Corona

Bis zu 300 Millionen Euro haben die Eigentümer der Berliner Flughäfen für dieses Jahr in Aussicht gestellt, um die schweren Corona-Verluste dort auszugleichen - doch nicht alles davon werden die Betreiber nach eigener Einschätzung benötigen. Der Grund: "Weil wir zwar etwa 300 Millionen Euro an Einnahmen verlieren, aber doch um die 50 bis 60 Millionen eigenen Sparbeitrag erbringen", sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Montag vor dem Sonderausschuss des Brandenburger Landtags zum geplanten Flughafen BER.

Dennoch seien die Flughäfen auch in den Folgejahren auf staatliche Hilfe angewiesen, betonte er.

Neue Verbindlichkeiten über Fremdkapital könnten nur aufgenommen werden, wenn die finanziellen Probleme mit Hilfe der Gesellschafter - also des Bundes sowie der beiden Länder Berlin und Brandenburg - gelöst werden könnten. "Und die Probleme werden auch in 2021 und in die Folgejahre hineinragen."

Denn der Flughafen wird weiter Verluste machen: Zur geplanten Inbetriebnahme des BER Anfang November rechnet Lütke Daldrup mit lediglich etwa 40 Prozent des sonst üblichen Passagieraufkommens zu dieser Zeit. (mit dpa)

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