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Brandenburg fördert wieder Wohnungsbau

In Brandenburg soll der Neubau von Mietwohnungen wieder gefördert werden.
In Brandenburg soll der Neubau von Mietwohnungen wieder gefördert werden. © Foto:
Ulrich Thiessen / 02.06.2010, 20:35 Uhr
Potsdam (In House) In Brandenburg soll nach mehr als zehn Jahren wieder der Neubau von Mietwohnungen gefördert werden. Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) kündigte am Mittwoch entsprechende Modellprojekte für Potsdam und weitere Städte an.

Es gibt keine Wohnungsnot wie zu DDR-Zeiten, sagte Vogelsänger gestern. Aber in einigen Städten gebe es Engpässe. Deshalb soll ein Teil der 30 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm für Städtebau dazu verwendet werden, Neubauten zu fördern. Da es sich ausschließlich um Geld aus Berlin handele, sei das Vorhaben nicht durch im Haushalt des Landes gefährdet und biete Sicherheit für die kommenden Jahre, so Vogelsänger. Entsprechende Wettbewerbe werden noch in diesem Jahr ausgelobt.

An den Projekten dürfen sich laut Minister die kreisfreien Städte und die Mittelzentren beteiligen. Ziel sei es in den jeweiligen Innenstädten Lücken zu schließen beziehungsweise dort ungenutzte Brachen zu bebauen. Es seien keine neuen Viertel auf der grünen Wiese vorgesehen. Seit Jahren hatte Potsdam auf eine solches Programm gedrungen. Dort wird davon ausgegangen, dass bis 2020 jährlich 1 000 neue Wohnungen gebaut werden müssen, um die Nachfrage zu decken. Vogelsängers Vorgänger Reinhold Dellmann (SPD) hatte die Potsdamer Forderungen stets mit dem Hinweis abgelehnt, dass die städtischen Wohnungsbaugesellschaften der Landeshauptstadt entsprechend preiswerte Wohnungen auch ohne Landeszuschüsse bauen könnten. Es sei in der Tiefe des Landes kaum vermittelbar, entsprechende Programme nur für Potsdam aufzulegen.

Vogelsänger argumentierte gestern, dass die geplanten Modelle nicht nur für Potsdam gelten sollen. Den Bedarf der Landeshauptstadt könne das neue Programm ohnehin nicht decken. Auch in anderen Städten wie Schwedt sei eine wachsende Nachfrage nach neuen größeren Wohnungen in der Innenstadt zu verzeichnen. Nicht jeder wolle in einen sanierten Plattenbau ziehen. Außerdem sollen altersgerechte Wohnungen bei den Neubauten berücksichtigt werden. Es sei ein Mix aus Abrissen, Aufwertungsmaßnahmen in den entsprechenden Vierteln und begrenzten Neubauten vorstellbar, um die Innenstädte zu beleben.

Dellmann erklärte gestern, dass es nicht in erster Linie darum gehe, Wohnraum für Hartz-IV-Empfänger zu schaffen. Der sei auch in Potsdam vorhanden. Vielmehr solle sich das Angebot an Familien mit mittleren Einkommen richten. Bislang haben neben Potsdam vor allem Städte im Berliner Umland mit starkem Bevölkerungszuwachs wie Falkensee (Havelland) sich für staatlich geförderten Mietwohnungsbau ausgesprochen. Ähnliche Förderprogramme waren Ende der 90er gestoppt worden, als sich großer Leerstand in Plattenbauten abzeichnete und die Abrissprogramme initiiert wurden.

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