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Gefährliche Trockenheit

Hubertus Rößler / 29.06.2010, 08:43 Uhr
Eisenhüttenstadt (In House) und Frank Groneberg

Das Sommerwetter sorgt nicht nur für gute Laune: Neben der Landwirtschaft bereitet die anhaltende Trockenheit auch den Forstbetrieben Sorgen. Seit einer Woche gilt die höchste Waldbrandwarnstufe IV. In Dammendorf kam es erst kürzlich zu einem Waldbrand. Für die nächsten Tage sind neue Hitze-Rekordwerte vorausgesagt.

Die Luft flimmert, der Boden staubt: Die kommenden Tage werden heißer und heißer, für Sonntag sind inzwischen Hitze-Rekordwerte von 36 Grad Celsius im Schatten vorausgesagt. Regen ist dagegen weiterhin nicht in Sicht, in den extrem trockenen Wäldern steigt die Gefahr von Bränden unentwegt. Bereits vor einer Woche war die höchste Waldbrandwarnstufe IV ausgerufen worden.

Am vergangenen Wochenende kam es im Bereich der Revierförsterei Dammendorf zu einem Feuer, das viele Hektar Wald hätte vernichten können. Nur dem Zufall ist es zu verdanken, dass der Brand schnell gelöscht werden konnte. Monika Haker vom Amt für Forstwirtschaft Müllrose befand sich am Freitagmorgen mit Lehrlingen an der Wanderreitstation Dammendorf, um das Wanderreitwochenende vorzubereiten. „Ein Kollege sagte schon um 7.30 Uhr, es riecht nach Feuer, aber unsere Überwachungskameras haben nichts entdeckt“, erzählt die Försterin. Wenig später sei eine Windböe ins Holz gefahren, plötzlich habe eine riesige Qualmwolke hinter der Station gestanden.

Die Lehrlinge griffen sofort zu Schaufeln und Hacken und begannen mit der Brandbekämpfung, nur Minuten später waren die Feuerwehren aus Bremsdorf, Dammendorf und Grunow vor Ort, so Monika Haker. Knapp 500 Quadratmeter Wald seien verbrannt, „es hätte aber auch böse ausgehen können“. Der Brand sei vermutlich durch Unachtsamkeit entstanden.

Ab Warnstufe III können die Forstbehörden das Betreten der Wälder untersagen. „Bisher ist das aber nicht nötig“, sagt Monika Haker. „Im Gegenteil, sind Menschen im Wald, können sie Brände sofort per Handy melden.“ Kameras könnten nicht alle Gebiete abdecken.

Etwa 90 Prozent der Brände entstünden durch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen, weiß die Försterin. 2010 habe es schon mehrere kleine Brände in der Region gegeben, die aber schnell gelöscht werden konnten. „In den Oberförstereien gibt es einen zusätzlichen Bereitschaftsdienst sowie enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr.“

Brände entstehen aber auch durch langes und trockenes Gras an Straßen. „Hier genügt ein kleiner Funke. Auch wenn kein Wald unmittelbar angrenzt, sollte man niemals Kippen aus dem Autofenster werfen“, mahnt sie eindringlich. Zudem müssen Zufahrten zu Wäldern stets für die Feuerwehr freigehalten werden.

Wie lange die Warnstufe IV noch gültig sein wird, kann nicht vorhergesagt werden. „Auch wenn es irgendwann regnen sollte, ändert sich erst einmal nichts an der Einstufung“, sagt Monika Haker. Der sandige Boden in Brandenburg könne die Feuchtigkeit nämlich nicht speichern.

Die Ermittlung der Waldbrandwarnstufen erfolgt durch den Deutschen Wetterdienst (DWD). Dieser wertet Daten aus seinen Mess- und Beobachtungsnetzen aus und erstellt daraus eine Gefahreneinstufung.

Internet:www.luis.brandenburg.de/f/wb_warn/F7100001/

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