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Mehrheit der Jugendlichen lehnt Rechtsextremismus ab

Das Gros der Jugendlichen in Brandenburg will von Neonazis nichts wissen, sagt eine Studie aus.
Das Gros der Jugendlichen in Brandenburg will von Neonazis nichts wissen, sagt eine Studie aus. © Foto: dpa
18.10.2010, 14:19 Uhr - Aktualisiert 25.06.2011, 10:54
Berlin/Potsdam (DDP) Rechtsextreme Parteien haben angeblich bei Brandenburger Jugendlichen kaum noch Chancen. Der Anteil junger Menschen, die mit rechtsradikalen Positionen sympathisierten, habe in den vergangen Jahren deutlich abgenommen, berichtete die Zeitschrift „Super Illu“ am Montag unter Berufung auf eine Jugendstudie.

Die Studie „Jugend in Brandenburg 2010“ habe das Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung (IFK) an der Universität Potsdam erarbeitet. Demnach lehnen 60,2 Prozent aller Jugendlichen in Brandenburg rechtsextreme Einstellungen ab.

Nach wie vor gebe es allerdings einen harten Kern von Rechtsextremisten, der etwa drei Prozent ausmache. Außerdem sei der Anteil der Jugendlichen, die der Ansicht sind, dass es in Brandenburg zu viele Ausländer gebe, mit rund 40 Prozent noch immer bedenklich hoch.

Die Studie wird am Dienstag offiziell von Ministerpräsident Matthias Platzeck und Jugendminister Holger Rupprecht (beide SPD) vorgestellt. Nach Angaben der Staatskanzlei ist sie Teil einer Reihe aus bisher sechs Jugendstudien, die die Entwicklungen der vergangenen knapp 20 Jahre verfolgen. Erstmals untersuchte die Studie „Jugend in Brandenburg“ im Jahr 1991 durch die Wende bedingte Veränderungen im Leben von Jugendlichen.

Seit Beginn der 90er Jahre hatte Brandenburg immer wieder mit Angriffen von Rechtsextremisten Schlagzeilen gemacht. Mehrere Menschen mit ausländischen Wurzeln wurde getötet oder schwer verletzt. Der Vorsitzende des Vereins „Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“, Uwe-Karsten Heye, hatte im Jahr 2006 nach einem brutalen Angriff auf einen dunkelhäutigen Potsdamer von sogenannten No-Go-Areas in Ostdeutschland gesprochen und davor gewarnt, bestimmte Regionen Brandenburgs zu besuchen.

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Frank 19.10.2010 - 19:35:40

@Heinz

völlig richtig. In einem Artikel über Rechtsextremismus hat dieser Vorfall 2006 deswegen auch nichts zu suchen. Es wird damit ein falscher Bezug assoziiert.

Heinz 19.10.2010 - 17:30:54

@Frank

Ich habe Ihren Kommentar jetzt nicht mehr im Kopf, der Zusammenhang wurde mir aber nicht ersichtlich. Zitat: "Die MOZ hat aber ungeprüft die Behauptung der DDP übernommen, dass es sich bei dem Potsdamer Geschehnissen 2006 um einen ausländerfeindlichen Angriff handelte." Das kann ich aus dem Artikel nicht erkennen. Der letzte Absatz erwähnt nur einen "brutalen Angriff", nicht aber einen "ausländerfeindlichen Angriff": Zitat: "Der Vorsitzende des Vereins .. Uwe-Karsten Heye, hatte im Jahr 2006 nach einem brutalen Angriff auf einen dunkelhäutigen Potsdamer von sogenannten No-Go-Areas in Ostdeutschland gesprochen und davor gewarnt, bestimmte Regionen Brandenburgs zu besuchen." Gruß, Heinz

Frank 19.10.2010 - 14:33:49

@Redaktion

Ich finde es ja gut, dass die Nazis immer weniger Zuspruch unter Jugendlichen finden. Die MOZ hat aber ungeprüft die Behauptung der DDP übernommen, dass es sich bei dem Potsdamer Geschehnissen 2006 um einen ausländerfeindlichen Angriff handelte. Anhand von Zitaten und Links von seriösen Blättern (dessen Inhalt Sie als eindeutig auländerfeindlich uns stimmungsmachend hinstellen) habe ich belegt, dass diese Aussage nicht stimmt. Es ist nicht unbedingt Aufgabe des Lesers, unrichtige Behauptungen in seiner Zeitung richtig zu stellen. Aber wenn sowas schonmal geschieht, konterkariert eine Redaktion den Begiff des Qualitätsjournalismus, wenn man schnippisch reagiert und den Richtigsteller beleidigt. Und was das schlimmste ist: Die unrichtige Behauptung wird rechthaberisch stehen gelassen.

Egon 19.10.2010 - 11:00:26

Herr

Hallo Heinz Das mit den Zahlen ist so eine Sache,wie bei der Grenzkriminalität die angeblich immer weiter zurückgeht und trotzdem wir immer mehr gestohlen und eingebrochen.

0815 19.10.2010 - 10:26:58

@ Redaktion,

da ich den gelöschten Beitrag noch lesen durfte, muß ich Ihnen leider mitteilen, daß ich Ihre Äußerung ("eindeutig ausländerfeindliche Haltung und Stimmungsmache ") als eine Frechheit betrachte. Somit liegt User Frank mit dem Vergleich zum Neuen Tag aus der DDR-Zeit nicht so falsch, wie sie es behaupten. Ganz traurig.

Redaktion 18.10.2010 - 21:19:12

entfernter text

Hallo Frank, wie Ihnen sicher nicht entgangen ist, sind sowohl die DDR als auch der Neue Tag Geschichte. Aber auch in der Gegenwart gelten Spielregeln für Meinungsäußerungen. Ihr Kommentar bezog sich zum einen überhaupt nicht auf das Thema des oben genannten Beitrages. Das wäre kein Grund gewesen, ihn zu entfernen. Seine eindeutig ausländerfeindliche Haltung und Stimmungsmache schon. Die Redaktion

Frank 18.10.2010 - 19:18:50

eine Zensur findet nicht statt

Hallo Heinz, Ich stelle mir gerade vor, wir hätten noch die DDR, wir hätten trotzdem Internet und der "Neue Tag" ist online - mit Kommentarmöglichkeit. Widerspenstige Beiträge würden sofort entfernt und die IP würde rückverfolgt. Komisch nur, dass all dies jetzt ebenfalls geschieht. Mein verschwundener Beitrag bezieht sich auf den letzten Absatz dieses Artikels. Das 2006 war weitaus differenzierter zu sehen. Alles Zitate und Links als Belege. Anstelle den Fehler der DDP-Meldung zu tilgen, hat man sich hier also entschieden, lieber den Hinweis darauf zu entfernen. Investigativer Journalismus pur, der Wahrheit verpflichtet. Mein Abo kostet knapp 20 Euro, damit finanziere ich also denjenigen, der meinen Betitrag entfernt hat. Mal sehen, wie lange dieser stehen bleibt.

Heinz 18.10.2010 - 17:53:25

@Frank

Da sie den Fall jetzt schon aus der Mottenkiste geholt haben, würde mich interessieren, auf welchen Artikel sich Ihr Kommentar bezieht.

Heinz 18.10.2010 - 15:29:18

Wo gestartet?

"Der Anteil junger Menschen, die mit rechtsradikalen Positionen sympathisierten, habe in den vergangen Jahren deutlich abgenommen, berichtete .." "Demnach lehnen 60,2 Prozent aller Jugendlichen in Brandenburg rechtsextreme Einstellungen ab" Oje, 60,2 % lehnen rechtsextreme Einstellungen ab heißt, dass 39,8 % rechtsextreme Einstellungen nicht ablehnen - finde ich ehrlich gesagt ganz schön viel. Ich frage mich auch, von welche Zahlen es in den Vorjahren gab, dass man hier von einem "deutlichen Abnehmen" sprechen kann. Heinz

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