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Die Rheinschiene ist Vorbild für die Oderpartnerschaft

Sorgenkind: Die „Oderpartnerschaft“ will den Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Stettin voranbringen.
Sorgenkind: Die „Oderpartnerschaft“ will den Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Stettin voranbringen. © Foto:
Dietrich Schröder / 27.10.2010, 21:41 Uhr - Aktualisiert 28.10.2010, 12:01
Stettin (In House) Seit zwei Jahren bekennen sich jeweils vier deutsche Bundesländer und polnische Wojewodschaften zu einer informellen „Oderpartnerschaft“. Was als Kopfgeburt begann, nimmt langsam konkrete Formen an.

Matthias Platzeck hat einen Traum: Entlang der Oder soll das Leben einmal so prosperieren wie an der „Rheinschiene“, sagt er im Stettiner Hotel „Radisson“. Der Begriff „Rheinschiene“, der in der Wirtschaft gut bekannt ist, meint eine der erfolgreichsten Entwicklungsachsen in Europa, die sich entlang des großen Flusses im Westen Deutschlands von der Schweiz bis nach Holland zieht.

Der Gedanke, dass es an der Oder zu einer ähnlichen Erfolgsgeschichte kommen könnte, war vor zwei Jahren der Geburtspate für die „Oderpartnerschaft“. Das informelle Bündnis tat sich zunächst schwer, auch weil es zahlreiche Interessensunterschiede und Konkurrenzkämpfe zwischen den Beteiligten gab und gibt.

Noch im Januar war ein Spitzentreffen in Potsdam, bei dem sich die Ministerpräsidenten, Wojewoden und Marschälle auf einen Plan zur Entwicklung der Verkehrswege einigen wollten, gescheitert. Auch weil man vonseiten der Regierungen in Warschau und Berlin skeptisch auf diese neue Partnerschaft schaute.

Seit Mittwoch liegt nun zumindest eine Karte vor, auf der alle Verkehrswege eingezeichnet sind, deren Entwicklung für beide Seiten wichtig sind. Stolz wurde das Dokument in Stettin präsentiert. Es soll in den kommenden Jahren auch für die Beantragung von Fördermillionen bei der Europäischen Union dienen.

Platzeck war übrigens der einzige deutsche Ministerpräsident, der diesmal den Weg in die Oderstadt fand. Die anderen schickten Vertreter. „Aber da Brandenburg die längste Grenze zu Polen hat, haben wir auch eine besondere Verantwortung“, sagte er. Außerdem liege ihm diese Nachbarschaft „seit 20 Jahren am Herzen“.

Konkret geht es um Eisenbahnstrecken von Berlin nach Stettin, Breslau oder Gorzów (Landsberg), die ausgebaut werden sollen. Bis zur Fußball-EM 2012 wird wohl auch die Autobahn nach Warschau fertig sein.

Und noch eine Neuigkeit ist aus Stettin zu vermelden: Die Hochschulen im Gebiet der „Oderpartnerschaft“ verabschiedeten eine gemeinsame Erklärung. In dieser bekennen sie sich zu engerer Zusammenarbeit im Dienste der Region, erwarten von der Politik aber auch finanzielle Unterstützung dafür. Der Präsident der Europa-Universität, Gunter Pleuger, lud seine Kollegen zu einem deutsch-polnischen Rektorentreffen ein, das im kommenden Jahr anlässlich des 20. Jahrestages der Viadrina in Frankfurt und Slubice stattfinden soll. Wie vielfältig die Möglichkeiten der Zusammenarbeit seien, verdeutlichte Pleuger anhand einer Kooperation, die kürzlich das Frankfurter Institut für Halbleiterphysik und die Adam-Mickiewicz-Universität in Posen aufgenommen haben.

So wie die Hochschulen soll die „Oderpartnerschaft“ möglichst auch andere gesellschaftliche Bereiche erfassen. Ein weiteres politisches Treffen soll es am Rande der Internationalen Tourismus Börse (ITB) Anfang 2011 in Berlin geben, bei der Polen offizielles Gastland ist.

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