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IHK: "Wir wollen mehr auf die Firmen zugehen"

Hajo Zenker / 26.01.2011, 18:38 Uhr - Aktualisiert 06.02.2011, 13:49
Strausberg (In House) Die IHK Ostbrandenburg will sich ihren 44 000 Mitgliedsfirmen noch stärker als Dienstleister ins Bewusstsein bringen. Dazu möchte die Kammer noch stärker in der Region ihre Angebote vorstellen.

„Wir wollen noch mehr auf die Unternehmen zugehen“, sagt Ulrich Müller, der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg. „Denn wer weiß, was die IHK für die Firmen in der Region leistet, ist ein Fan von uns. Aber viele wissen das eben noch nicht.“ Und so wird es ab März erstmals vier über den Kammerbezirk verteilte Regionalkonferenzen geben. Dort können die Unternehmer formulieren, was sie von der Selbstverwaltungseinrichtung der gewerblichen Wirtschaft erwarten. Und bekommen erläutert, welche Unterstützung der Kammer etwa bei Aus- und Weiterbildung möglich ist, welche Hilfen Gründer bekommen, wie es um die Rechts- und Umweltberatung bestellt ist, wie Exportpläne befördert werden.

Dabei rät der ehrenamtliche Präsident, der im Berufsleben in Strausberg (Märkisch-Oderland) die EWE-Geschäftsregion Brandenburg/Rügen leitet, zu unternehmerischem Pragmatismus. Man dürfe sich ruhig fragen, wie man möglichst viel IHK-Leistung abrufen könne: Schließlich müsse man, ob man wolle oder nicht, den (im November gesenkten) Beitrag zahlen. Allerdings entrichte ein Großteil der 44 000 Mitgliedsunternehmen so wenig, dass man wohl gar keine Kosten-Nutzen-Überlegungen anstelle. Dabei könne die Kammer angesichts der hohen Regelungsdichte in Deutschland gerade kleinen Firmen helfen.

Dabei müsse der Kontakt von Mensch zu Mensch weiter eine große Rolle spielen, findet der Präsident. Denn auch wenn die IHK Ostbrandenburg Internet und soziale Netzwerke intensiv mit ihren Angeboten bestückt, sei persönlicher Kontakt nicht zu ersetzen. Weshalb man auch zu Unternehmerstammtischen oder zu Veranstaltungen von Unternehmerverbänden gehe.

Von konkreten Menschen und jahrelanger Entwicklung geprägt sind ebenso die Kammer-Strukturen. Welche Rolle das spielt, musste auch Ulrich Müller erfahren. Er war, wie sein Cottbuser Kollege Ulrich Fey, ein großer Verfechter der geplanten Fusion zwischen der IHK Ostbrandenburg und der IHK Cottbus. Doch die wurde Ende 2010 abgesagt. An diversen Punkten, inhaltlich und personell, kam man letztlich nicht zueinander. Müller räumt ein, dass sich damit die Ideen der ehrenamtlichen Kammerspitzen nicht durchsetzen konnten. Trotzdem kann er dem Ganzen etwas Positives abgewinnen: Man habe im Zuge der Verhandlungen „viel voneinander und über uns selbst gelernt“.

Kein Scheitern darf es bei der Bewältigung des demografischen Wandels geben. „Der Druck, in der Region zu kooperieren, ist groß.“ Man gehe verstärkt in die Schulen, werbe um den so dringend nötigen Nachwuchs, stelle Ausbildungsmöglichkeiten vor. Wofür man übrigens zusätzlich auch Facebook nutzen werde. Er hoffe, dass möglichst viele Firmen den „Tag des offenen Unternehmens“ am 21. Mai als Chance begreifen, um auf sich aufmerksam zu machen, um potenziellen Nachwuchs von den Möglichkeiten zu überzeugen, die die heimische Wirtschaft bietet. „Denn man muss als Jugendlicher längst nicht mehr die Region verlassen, um eine gute Berufsperspektive zu haben.“

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