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Konflikt um Gedenkort Leistikowstraße

05.02.2011, 15:28 Uhr
Potsdam (DPA) Gegen die vorrüberhehende Schließung der Gedenkstätte Leistikowstraße Potsdam haben am Samstag etwa 25 Menschen mit einer Mahnwache protestiert. Wegen der geplanten neuen Dauerausstellung schließt das Haus von September an für ein halbes Jahr. Das stößt bei ehemaligen Häftlingen und Betroffenen auf Unverständnis. Opferverbände befürchten, dass durch die Pause das Interesse an der Einrichtung nachlassen könnte. Ursprünglich sollte die neue Präsentation bereits in diesem Mai in dem einstigen sowjetischen Untersuchungsgefängnis eröffnet werden. Kulturstaatssekretär Martin Gorholt sprach mit den Demonstranten.    Aus Achtung vor den betagten Zeitzeugen habe es immer auf eine frühere Eröffnung der Ausstellung gedrängt, betonte das Kulturministerium in einer Mitteilung. Gorholt wolle nun prüfen, ob eine Art transparente Schaustelle oder auch Sonderführungen besser geeignet seien, um Vertrauen zu schaffen. Mitte Februar trifft er sich erneut mit Vertretern des Vereins Gedenk- und Begegnungsstätte im ehemaligen KGB-Gefängnis Potsdam, des Vereins Memorial Deutschland und Brandenburgs Diktaturbeauftragter Ulrike Poppe, hieß es in der Mitteilung.    In der Ausstellung sollen neue Erkenntnisse wie Aussagen bisher unbekannter Zeitzeugen zu sehen sein. Gorholt sagte in der Mitteilung: „Die neue Dauerausstellung wird aus diesem authentischen Ort einen würdigen Gedenk- und Begegnungsort machen, wie es für die Auseinandersetzung mit der Schreckensherrschaft von Diktaturen dringend notwendig ist.“    Die Kosten für die neue Ausstellung betragen nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten rund 800 000 Euro. In den Räumen der heutigen Gedenkstätte befand sich von 1945 bis 1983 das zentrale Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Spionageabwehr in Ostdeutschland. Über Konzeption und Stand der Ausstellung soll vom 14. bis 20 Mai eine Werkstatt-Woche in der Gedenkstätte Leistikowstraße informieren.

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M.Platzke 06.02.2011 - 15:02:25

Unsere kleine DDR

Die Vergangenheitsbewältigung in Brandenburg krankt daran, dass die "Vergangenheit" sich in allen Verwaltungsstrukturen bis hinunter auf die kommunalpolitische Ebene festgesetzt hat und blockiert. Gemeindevertreter verweigern sich der Stasi-Überprüfung (Grünheide(Mark)), frühere wie jetzige Günstlinge zersetzen gehorsam weiter. Mittlerweile glaube ich, dass dieses Problem nur noch biologisch gelöst werden kann - umso bedauerlicher für die Opfer...

Dirk Jungnickel 05.02.2011 - 17:08:53

Protest der Zeitzeugen - Initiiative

Wir ehemaligen Häftlinge, eingekerkert hinter den Mauern des KGB - Gefängnisses Potsdam, Leistikowstrasse 1, PROTESTIEREN dagegen... ... daß diese von 1996 bis 2009 gut angenommene Gedenkstätte nach der Übernahme durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten seit zwei Jahren als Gedenkstätte systematisch boykottiert wird. ... daß dieser authentische Ort unter dem Vorwand wissenschaftlicher Forschung weitgehend zu einem überdimensionierten Museum umfunktioniert werden soll. Mit 850 000 € Steuergeldern !!! ... daß seit Jahren Dokumentationen, Berichte und Publikationen der Zeitzeugen sowie die Ausstellung von MEMORIAL der Öffentlichkeit vorenthalten werden. ... daß Frau Dr. Reich, Leiterin der „Gedenkstätte“, eine Totalschließung des ehem. KGB - Gefängnisses für ein halbes Jahr anstrebt, um unkontrolliert den Umbau vornehmen zu können. Insgesamt drei Jahre für eine Ausstellung - das ist eine Bankrotterklärung ! ... daß sie in der Öffentlichkeit die Unwahrheit verbreitet, sowohl Zeitzeugen als auch der Beirat wären mit ihrem Vorgehen und ihrer Konzeption einverstanden. Statt dessen werden satzungswidrig unter Bruch aller demokratischen Spiel - und Kommunikationsregeln in rigider, diktatorisch anmutender Vorgehensweise „Fakten“ geschaffen, und ein Zeugnis kommunistischer Gewaltherrschaft in seinem erschreckenden Zustand unkenntlich gemacht und umgedeutet ! ... daß Ministerium und Gremien des Landes Brandenburg unter maßgeblicher Beteiligung der Phalanx Morsch / Reich / Gorholt diese Entwicklung fördern. Wir klagen an..., ... daß diese skandalöse Vorgehensweise der Aufarbeitung kommunistischen Unrechts und einer Versöhnung zwischen Tätern und Opfern zuwiderläuft. .... daß wir und unsere Stimmen bis zu unserem Tode verstummen sollen, diskriminiert, mißachtet, zum Schweigen verdammt, wie gehabt !!! Man kann eine Gedenkstätte nicht gegen die, um die es zu gehen hat, leiten, sondern nur mit ihnen. Das hat Frau Dr. Reich nach zwei Jahren immer noch nicht akzeptiert ! Wir fordern Herrn Ministerpräsidenten Platzeck bzw. die zuständige Fachministerin auf, die offensichtliche Fehlbesetzung Dr. Reich abzuberufen. Wir bitten die Abgeordneten der demokratischen Parteien des Deutschen Bundestages und des Brandenburgischen Landtages: Laßt es nicht zu, daß die Zeugnisse kommunistischer Gewaltherrschaft weiterhin verstümmelt und entstellt werden ! Aufarbeitung hat der Wahrheit zu dienen ! UNSERE GEDULD IST AM ENDE! V.i.S.d.P. : Zeitzeugen - Initiative Ehem. KGB - Gefängnis Leistikowstraße c/o B. Platt, Theoderichstr.20, 72639 Neuffen u. D. Jungnickel, Hindenburgdamm 16, 12203 Berlin

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