Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Zahl der Arbeitslosen fällt auf niedrigsten Stand seit 20 Jahren

© Foto: MOZ
Potsdam / 02.11.2011, 13:01 Uhr - Aktualisiert 02.11.2011, 16:39
Potsdam (dpa) Der Zahl der Arbeitslosen in Brandenburg hat den niedrigsten Stand in einem Oktober seit 20 Jahren erreicht. Offiziell waren im vergangenen Monat 130.683 Menschen ohne Job, 235 weniger als im September und 2.079 weniger als vor einem Jahr, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Die Arbeitslosenquote betrug 9,8 Prozent und blieb damit im Vergleich zum Vorjahr konstant, im Vergleich zum September sank sie um 0,1 Prozentpunkte.

Der Brandenburger Arbeitsmarkt habe sich auch im Oktober robust gezeigt, sagte die Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Margit Haupt-Koopmann. Seit Jahresbeginn seien fast 49.000 freie Stellen bei den Agenturen für Arbeit gemeldet worden, das seien etwa 2.500 mehr als vor einem Jahr. Gute Job-Chancen böten sich aktuell im verarbeitenden Gewerbe, in den Bereichen Lager, Verkehr und Handel sowie in der Zeitarbeit. Zwtl.: Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg laut Bundesagentur ebenfalls. Im August 2011 seien 770.000 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen tätig gewesen - 12.400 mehr als im Vorjahreszeitraum.Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linken, Andreas Bernig, begrüßte die positive Entwicklung, forderte aber zugleich die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Denn nicht jeder sozialversicherungspflichtige Job sei auch existenzsichernd, sagte Bernig.

Auch die SPD pochte auf einen Mindestlohn. "Wir dürfen trotz der guten Entwicklung nicht die Augen davor verschließen, dass es Arbeitnehmer gibt, die weiterhin auf Sozialleistungen angewiesen sind", sagte Arbeitsmarktexperte Detlef Baer. Ziel sei es, Menschen wieder in Arbeit zu bringen, von der man leben könne und die unabhängig von zusätzlichen Transferzahlungen sei.Die FDP geht dagegen davon aus, dass eine branchenunabhängige Lohnuntergrenze gering qualifizierte Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt ausgrenzen könnte. Niedrig entlohnte Arbeitsplätze könnten dagegen ein Einstieg für Erwerbslose zurück in den Arbeitsmarkt sein.

Mit Sorge blickt Arbeits- und Sozialminister Günter Baaske (SPD) trotz des Aufschwungs am Arbeitsmarkt auf die Situation der Arbeitslosen ab 50 bis 65 Jahre. Ihre Zahl sank laut Bundesagentur zwar im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 176, stieg aber im Vergleich zum Vorjahr um 2.262 auf 48.068. "Wir brauchen dringend passgenaue Eingliederungsmaßnahmen für ältere Arbeitslose und Langzeitarbeitslose, denn die Wirtschaft wird in den kommenden Monaten an Schwung verlieren", sagte Baaske. In der Region Berlin-Brandenburg sank die Arbeitslosigkeit im Oktober ebenfalls weiter. 346.555 Menschen waren erwerbslos gemeldet, 6.714 weniger als im Vormonat und 3.596 weniger als vor einem Jahr.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG