Der Aufbau des Impfzentrums in der Potsdamer Metropolishalle - eines von insgesamt elf landesweit - läuft nach Plan.
Ab dem 5. Januar sollen dort die ersten Menschen mit dem Covid-19-Impfstoff geimpft werden. Ab Montag nächster Woche werden über ein Callcenter die ersten Termine vergeben. „Wir stehen gemeinsam vor der Bewältigung einer enormen Herausforderung, wie es sie noch nie in Brandenburg gab“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Montag in Potsdam. Im Vergleich zum Stadtstaat Berlin, wo bereits seit Sonntag die Impfzentren arbeiten, müsse in Brandenburg eine riesige Fläche versorgt werden. Der logistische Aufwand sei um einiges komplizierter, sagte Nonnemacher.
Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus ist im Land leicht gestiegen. 417 neue Fälle wurden am Montag gemeldet, am Vortag waren es 408, wobei die Infektionszahlen nach dem Wochenende laut Ministerium gewöhnlich verzögert gemeldet werden. Insgesamt wurden seit März landesweit 938 Todesfälle gemeldet.

„Impfung ist persönliche Entscheidung“

Kein Bürger werde ohne entsprechende Aufklärung durch das Impfzentrum geschleust, sagte Holger Rostek, stellvertretender Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg. „Die Impfung ist für jeden eine persönliche Entscheidung“, betonte er. Vor dem „Piks“ werde jeder Bürger noch einmal vom Arzt befragt und könne Fragen stellen.
Die Impfungen in Pflegeeinrichtungen gehen unterdessen weiter, darunter am Dienstag in einer Seniorenwohnstätte in der Peitzer Straße in Cottbus.
Corona-Schwerpunkt ist weiter der Süden Brandenburgs. Der Kreis Elbe-Elster meldete 509,7 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche, gefolgt vom Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit einem Wert von 417,8. Für ganz Brandenburg sank die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz leicht auf 230,5 nach 245,9 am Sonntag.
Seit März haben sich insgesamt 42 357 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Aktuell liegen 1073 Patienten im Krankenhaus; 244 von ihnen werden intensivmedizinisch betreut, 169 Patienten müssen beatmet werden. Die Situation in den Krankenhäusern bleibt wegen Personalmangels angespannt - vor allem im Süden des Landes. Von 691 Betten auf den Intensivstationen in Brandenburger Krankenhäusern sind 572 belegt, wie aus Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervorgeht.

Kur- und Rehakliniken leiden unter Corona-Folgen

Kurorte und ihre Kur- und Rehakliniken haben nach Angaben des Interessenverbandes stark mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Erste Insolvenzanträge seien eingereicht worden, darunter von der Lausitztherme Wonnemar in Bad Liebenwerda, teilte der Gesundheits- und Kurorteverband Brandenburg mit. Zudem verzeichneten die einzelnen Kurorte aufgrund der Beschränkungen in der Touristik, der Gastronomie und im Heil- und Kurbetrieb der Kliniken starke Einbußen. Hinzu komme, dass Kurorte nach derzeitiger Gesetzeslage keinen Anspruch auf dringend benötigte staatliche Überbrückungshilfen hätten, wenn sie in kommunaler Hand seien. Dann fielen sie durch das aktuelle Förderraster.