Gas ist teurer, Stromkosten steigen, Lebensmittel kosten mehr. Wer mit einem schmalen Lehrlingsgeld um die Runden kommen muss, den trifft die Inflation besonders hart. Eine Friseurin beispielsweise bekommt im ersten Lehrjahr in Ostdeutschland 337 Euro, der Schornsteinfeger-Azubi bekommt 646 Euro – einen Euro mehr als die Fachverkäuferin in der Bäckerei.
Besser stehen die Bürokauffrau und der Straßenwärter da – mit etwas über 1000 Euro. Voraussetzung ist allerdings, dass sie in tarifgebundenen Unternehmen arbeiten.

Angebot richtet sich an Auszubildende, die nicht bei den Eltern leben

Lehrlinge können einen Zuschuss von der Bundesagentur für Arbeit bekommen – bis zu 723 Euro im Monat. Darauf weist die Agentur für Arbeit in Frankfurt (Oder) hin. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Auszubildende, die während der Lehre nicht bei den Eltern wohnen können, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit vom Elternhaus entfernt ist. Aber auch in anderen Fällen kann die Hilfe gezahlt werden. Etwa, wenn ein Azubi über 18 Jahre alt ist, ein Kind hat und in erreichbarer Nähe zum Elternhaus lebt.
Diese Berufsausbildungsbeihilfe ist unabhängig vom Lehrlingsentgelt, es gibt keine Obergrenze. Die Höhe berechnet sich nach anderen Faktoren, etwa wie teuer die Unterkunft ist, welche Strecken man zum Arbeitsort fahren muss. Wer wissen will, ob die Unterstützung beantragen könnte, der kann das online auf den Seiten der Arbeitsagentur in einem Rechner durchspielen. Bei der Berechnung werden beispielsweise die Art der Unterbringung, das Einkommen des Auszubildenden, Werbungskosten, Geschwister und das Einkommen der Eltern berücksichtigt.

Auch Abbrecher können für eine neue Ausbildung einen Zuschuss bekommen

Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden und gilt auch für junge Leute, die schon mitten in der Ausbildung sind. „Berufsausbildungsbeihilfe können auch Azubis erhalten, die bereits eine Lehre abgebrochen haben. Unter ganz bestimmten Voraussetzungen sogar nach einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem Studium“, sagt Juliane Rathmann, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Frankfurt (Oder).
Das Geld wird auch rückwirkend gezahlt – aber längstens ab Beginn des Monats der Antragstellung. Die Agentur empfiehlt, den Antrag möglichst früh zu stellen. Wer eine schulische Ausbildung absolviert, zum Beispiel zur Physiotherapeutin, hat allerdings keinen Anspruch.

Wo Azubis einen Antrag stellen können

Nähere Informationen zur Berufsausbildungsbeihilfe gibt es online unter www.arbeitsagentur.de unter der Rubrik „Bürgerinnen und Bürger, Ausbildung, Finanzielle Hilfen, Berufsausbildungsbeihilfe“ oder bei der jeweiligen Agentur für Arbeit. Die Beihilfe kann online unter www.arbeitsagentur.de, Rubrik "eServices", persönlich bei der Agentur für Arbeit oder telefonisch unter der gebührenfreien Servicerufnummer 0800 4 5555 00 beantragt werden.