"Wir bereiten unsere Bewerbung jetzt konzeptionell vor, in drei Jahren wollen wir sie offiziell einreichen", sagte der parteilose Bürgermeister von Slubice, Mariusz Olejniczak. Einen Leitgedanken für die Bewerbung gebe es bislang noch nicht. "Wir sind in einer sehr frühen Phase der Planung", bat Olejniczak um Verständnis.
Der Frankfurter Oberbürgermeister René Wilke (Linke) verwies darauf, dass sich die Stadtparlamente beiderseits der Oder im Rahmen eines gemeinsamen Handlungsplans bereits grundsätzlich auf das Vorhaben verständigt hätten. "Für 2029 gibt es für Polen die nächste Chance, eine Stadt zu nominieren", sagte Wilke. "Unsere Doppelstadt steht für die europäische Idee wie kaum eine andere. Sie wäre ein guter Standort für eine Europäische Kulturhauptstadt. Ich glaube, die Bürgergesellschaft kann sich hinter der Idee gut versammeln und neue Projekte und Visionen entwickeln." Unabhängig vom Ausgang des Bewerbungsverfahrens werde die Initiative positive Effekte haben.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte den beiden Kommunen am Montag die Unterstützung des Landes zu. "Die Bewerbung ist eine ganz hervorragende Idee, die beide Städte weiter voranbringen und den Zusammenhalt in der Region stärken wird. Wir werden als Landesregierung alles tun, was uns möglich ist, damit die Bewerbung ein Erfolg wird", betonte er. Woidke verwies in dem Zusammenhang auch auf sein Amt als Polen-Koordinator der Bundesregierung.
Der Titel Kulturhauptstadt Europas wird jährlich von der Europäischen Union vergeben, seit 2004 an mindestens zwei Städte. Ziel ist, das europäische Kulturerbe bekannter zu machen und für internationales Miteinander zu werben. Eine Jury orientiert sich bei der Vergabe an sechs Hauptkriterien, etwa der europäischen Dimension der Bewerbung, dem künstlerischen Potenzial und der Einbindung der Gesellschaft. In diesem Jahr tragen das italienische Matera und Plowdiw in Bulgarien den Titel. Deutschland kann für 2025 zum nächsten Mal eine Stadt nominieren. Um den Zuschlag bewerben sich acht Städte, unter anderem Zittau im Dreiländereck an der Grenze zu Polen und Tschechien. Hier fällt im kommenden Jahr die Entscheidung, wer den Zuschlag erhält.