Der erste Monat Schule unter Corona-Bedingungen in Brandenburg hat nach Ansicht von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) trotz einzelner Probleme gut geklappt. „Es gibt vereinzelte Schulschließungen und Quarantäne für einzelne Klassen. Damit haben wir gerechnet“, sagte Ernst am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Schulen hätten dafür aber Notfallpläne entwickelt. Die Rückmeldungen aus den Schulen, die seit dem 10. August wieder den regulären Betrieb aufgenommen hatten, seien insgesamt gut. In ihnen und in den Horten gilt auf Gängen und Mensen - nicht aber im Unterricht und im Pausenhof - seit dem 12. August eine Maskenpflicht.
Der Mund-Nasen-Schutz wird nach Einschätzung der Ministerin in den Schulen grundsätzlich eingehalten. „Vereinzelt gibt es auch Diskussionen zur Maskenpflicht, das wissen wir.“ Das Ministerium habe dabei aber auf die Vernunft gesetzt. „Alle sollten wissen, dass das der Beitrag der Schulen ist, damit sie möglichst lange ungestört arbeiten können. Die Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf Bildung.“ Das Ministerium hatte im August den Leiter einer Grundschule in Rathenow vom Dienst suspendiert, weil er sich der Maskenpflicht in einem Brief an die Eltern widersetzt hatte.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht dagegen gleich mehrere Probleme und warnte vor einer Zuspitzung. „Wir haben Signale, dass wir einen sehr hohen Krankenstand haben“, sagte ihr Landesvorsitzende Günther Fuchs. Die Schulen müssten spürbar entlastet werden. „Zum einen brauchen wir noch mehr Stellen.“ Fuchs zufolge fehlen 300 davon, weil zusätzliche Klassen eingerichtet wurden.
Außerdem müsse die Pflicht zu Berichten abnehmen, forderte der GEW-Landeschef. Er verlangte außerdem mehr Vorsorge für die kältere Jahreszeit. „Wenn wir im Herbst eine höhere Infektionsquote haben, wird es sehr schwierig.“ Mancherorts fehlten Raumkonzepte, es gebe zu viele Kinder in den Klassen.