285 Tonnen Kampfmittel sind in Brandenburg von Januar bis Ende November von den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) gefunden worden. Das teilte das Innenministerium am Montag in einer vorläufigen Bilanz mit. Trotz mehrwöchiger Unterbrechungen aufgrund der Corona-Pandemie konnte mehr entdeckt werden als im Jahr zuvor, wie Innenminister Michael Stübgen (CDU) betonte. Unschädlich gemacht wurden unter anderem 260 Minen, 90 221 Granaten, 4853 Brand- und 1322 Sprengbomben über 5 Kilogramm.

Brandenburg ist Spitzenreiter bei Munitionsbelastung

Auf rund 92 Hektar bestehe nun kein Kampfmittelverdacht mehr. Dennoch sei Brandenburg weiterhin das Bundesland mit dem höchsten Anteil munitionsbelasteter Gebiete in Deutschland. Für rund 350 000 Hektar zivil genutzter Fläche bestehe im Land Kampfmittelverdacht. Schwerpunkte sind nach den Angaben Oranienburg, Potsdam, die Oder-Neiße-Linie und der Bereich südlich Berlins.
Laut einer im Dezember mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben geschlossenen Vereinbarung stellt der Bund bis 2035 rund 229 Millionen Euro zur verstärkten Kampfmittelräumung auf bundeseigenen Liegenschaften bereit. Das Land wendete bis Ende November insgesamt 12,9 Millionen Euro auf: 7,5 Millionen Euro für die Beseitigung von Kampfmitteln und 5,4 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten.