Rund 60 000 Wohnungen sind in Brandenburg seit 2001 abgerissen worden. Der durchschnittliche Leerstand belief sich 2012 auf 9,9 Prozent. BBU-Vorstand Maren Kern verwies am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes, dem 211 Unternehmen mit 358 000 Mietwohnungen im Brandenburg angehören, dass der Leerstand bereits wieder zunimmt. Die Ursache sieht sie in der Politik der Bundesregierung, die das Stadtumbauprogramm Ende 2013 auslaufen lässt, ohne das angekündigte Nachfolgeprogramm aufzulegen. Kern warnte davor, dass in Berlinfernen Regionen mit 30 Prozent Leerstand bis 2020 zu rechnen sei. Damit bestehe die Gefahr, dass regelrechte Geisterstädte oder Stadtteile entstehen. Auch kleine Städte, die bislang nicht im Fokus des Stadtumbaus lagen, haben massiven Probleme. So steht in Dahme/Mark (Teltow-Fläming) heute jede vierte Mietwohnung leer, in Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) jede fünfte. Während sich sanierte Plattenbauten inzwischen gut vermieten lassen (Leerstand bei durchschnittlich 4,5 Prozent) steigt der Leerstand bei Altbauten rasant an.
Eine umgekehrte Entwicklung ist im Berliner Umland zu verzeichnen. Hier besteht beispielsweise in Teltow, in Potsdam und in Velten wegen des steigenden Zuzugs erheblicher Neubaubedarf. Im östlichen Berliner Umland wird dagegen mit einem Anstieg des Leerstandes gerechnet.
Der BBU verweist darauf, dass sich die Mietsteigerungen in den Mitgliedsunternehmen 2012 unter der Inflationsrate von 20 Prozent bewegten. Darüber lagen sie nur Oberhavel (2,4 Prozent), Potsdam (2,2) und Ostprignitz-Ruppin (2,1).