Während die Mobilitätsstrategie jedoch wenig Konkretes enthält, benennt der SPD-Landesvorstand konkrete Projekte. Er orientiert sich in seinem Beschluss, den Ausbau der Schieneninfrastruktur in Berlin und Brandenburg zügig voranzutreiben, am Berliner Koalitionsvertrag. In ihm wird begründet, wie wichtig der Wiederaufbau der Dresdner Bahn, der Potsdamer Stammbahn von Berlin über Kleinmachnow nach Potsdam und der Kremmener Bahn (Prignitz-Express) für den S- und Regionalbahnverkehr sei und welchen Vorteil die Wiederinbetriebnahme der Stammstrecke der Heidekrautbahn bis Berlin-Gesundbrunnen für die Mobilität zwischen beiden Ländern habe.
"Derzeit pendeln 270 000 Menschen pro Werktag zwischen beiden Bundesländern, davon ein hoher Anteil auf der Schiene", argumentiert SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz. Um den Verkehr umwelt- und stadtverträglich abwickeln zu können, müsse der Schienenverkehr auch künftig weiterentwickelt werden, da das Bahnnetz fast 30 Jahre nach dem Mauerfall noch schmerzliche Lücken aufweise, wodurch Fahrgäste Umwege in Kauf nehmen müssten - oder gleich das Auto bevorzugten.
Um Pendlern aus dem ganzen Land schnelle und häufige Bahnverbindungen zu ermöglichen, schlägt die Landes-SPD zudem vor, zwischen Berlin und dem weiteren Umland die Lücke zwischen der klassischen S-Bahn und den überregionalen Regionalexpress-Linien zu schließen. Zudem regt die Partei eine zusätzliche Express-Linie an, die zwischen Oranienburg/Eberswalde - Berlin-Lichtenberg - Berlin-Ostkreuz - BER/Schönefeld nach Ludwigsfelde verkehren könnte.
Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider hielt sich mit der Bewertung der SPD-Forderungen am Dienstag diplomatisch zurück. Die von ihr aufgestellte Mobilitätsstrategie 2030 sei Landessache, der SPD-Beschluss Parteiangelegenheit. Die Strategie legt lediglich acht Kernziele fest, etwa die bedarfsgerechte Sicherung der Mobilität in allen Landesteilen oder deren umweltfreundliche Gestaltung. Konkrete Maßnahmen, so Ministerin Schneider, würden im Landesentwicklungsplan und vor allem in den Nahverkehrsplänen festgeschrieben.
Zumindest auf einen einheitlichen Takt im Schienennahverkehr legt sich das Ministerium fest - die Züge sollen mindestens einmal stündlich verkehren und je nach Bedarf bis zu sechs Mal in der Stunde. Konkrete Vorhaben will Schneider in einer gemeinsamen Mobilitätskonferenz mit Berlin in Potsdam besprechen.