Gegenwärtig wird im Potsdamer Bildungsministerium geprüft, ob für Stellen, für die sich längere Zeit keine Lehrer finden ließen, eine dreijährige Zulage von monatlich 300 Euro gezahlt werden kann. Noch gebe es rechtliche Hürden, erklärte Baaske am Dienstag in Potsdam. Offene Stellen gebe es vor allem in der Prignitz, der Uckermark und an der Grenze zu Sachsen, erklärte der Minister.
70 offene Lehrerstellen werden zurzeit über das Fachkräfteportal des Landes angeboten. Dort können sich Interessenten das jeweilige Schulprofil ansehen und über die Region informieren. Ein Film mit Lehrern aus Berlin und den alten Bundesländern, die von den Arbeitsbedingungen in Prenzlau oder Eberswalde schwärmen, soll vor allem Uni-Absolventen aus Nordrhein-Westfalen oder Bayern anlocken.
Auf große Anzeigenkampagnen in überregionalen Zeitungen soll vorerst verzichtet werden. Im vergangenen Jahr waren dafür rund 50 000 Euro ausgegeben worden. Befragungen bei den neu eingestellten Lehrern hätten ergeben, dass sich kaum jemand davon motivieren ließ.
Gesucht werden in diesem Jahr vor allem Sonderpädagogen, Deutsch- und Mathematiklehrer sowie Pädagogen für Sachkunde, Englisch und Sport an Grundschulen. In den vergangenen Jahren waren rund fünf Prozent aller neu eingestellten Lehrer Seiteneinsteiger - Universitäts-Absolventen, die kein Lehramtsstudium vorweisen konnten.
Baaske rief die Kommunen im ländlichen Raum auf, eine Willkommenskultur für neue Lehrer zu entwickeln und ihnen bei der Suche nach Wohnraum oder Arbeit für den Partner Hilfe anzubieten. Bei Ärzten gebe es damit gute Erfahrungen, so der Minister.
Unter den derzeit freien Stellen sind auch zwei Dutzend Schulleiter-Posten. Baaske strebt an, die Schulleiter generell um ein bis zwei Unterrichtstunden pro Woche zu entlasten. Noch sei nicht entschieden, ob dies zunächst nur für die Leiter von Grundschulen oder gleich für den gesamten Bildungsbereich gelten soll. Je nachdem sind für den Ausgleich 40 bis 80 weitere Lehrerstellen nötig.
Um die hohe Zahl von durchschnittlich 400 langzeiterkrankten Lehrern reduzieren zu können, sollen die Wartezeiten auf Gesundheitsgutachten zur vorzeitigen Pensionierung verkürzt werden. Baaske hofft, dass auch Polizeiärzte künftig zu solchen Gutachten herangezogen werden können.
Baaske verwies darauf, dass die Zahl der Lehrerstellen an öffentlichen Schulen bis zum Schuljahr 2018/19 von derzeit 16 897 auf 17 764 ansteigen soll. Damit wächst die Zahl der zusätzlichen Lehrer von geplanten 400 auf mehr als das Doppelte.