Die Lagerstätten seien industriepolitisch von großer Bedeutung, sagte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) am Mittwoch in Potsdam. "Wir haben hier Potenzial im Untergrund." Die deutsch-kanadische Central European Petroleum GmbH (CEP) sprach von einem Vorrat von 15 Millionen Tonnen, eine Menge von "europäischer Dimension", sagte CEP-Geschäftsführer Thomas Schröter. Allein für den Fundort bei Guhlen am Schwielochsee (Dahme-Spreewald) gehe man von 250 Millionen Barrel Öl im Gestein aus. Ein Barrel (Fass) sind 159 Liter.
Ein paar Kilometer weiter westlich in Schlepzig vermutet CEP sogar noch viel größere Ressourcen, nämlich 500 Millionen Barrel Öl im Staßfurt-Karbonat, so der Name des Gesteins. Da stets lediglich zehn bis 40 Prozent des vorhandenen Öls tatsächlich herausgeholt werden können, verringere sich die zu erwartende Menge. CEP kalkuliert nach eigenen Angaben mit 15 Prozent Förderpotenzial.
Davon ausgehend bezifferte Schröter den gesamtwirtschaftlichen Effekt für Guhlen auf 2,25 Milliarden Euro binnen 25 Jahren. CEP ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Berlin und Calgary, das seit 2007 in der Lausitz aktiv ist.
Nach weiteren Erkundungsarbeiten und Erteilung aller Genehmigungen könnte die Förderung des "schwarzen Goldes" aus der Lausitz 2017 beginnen. Die örtliche Bevölkerung wurde informiert und steht einer Förderung aufgeschlossen gegenüber. "Die Leute reagieren positiv", sagte der Bürgermeister der Gemeinde Schwielochsee, Wolfgang Gliese (CDU). Der gefundene Rohstoff sei ein leichtes, süßes Öl und von bester Qualität, betonte CEP-Geschäftsführer Schröter. Vergleichbar sei es mit dem hochwertigen Öl aus der Nordsee. Es könnte als Benzin- und Dieselkraftstoff sowie zur Herstellung von chemischen Produkten verwendet werden.
In Brandenburg wird seit 50 Jahren an verschiedenen Orten Erdöl gefördert, seit den 1980er-Jahren wurde jedoch nicht mehr gezielt nach Lagerstätten gesucht. Die Fördermenge ist mit 20 000 Tonnen in Küstrin-Kietz (Märkisch-Oderland) vergleichsweise gering.
Im Raum Frankfurt (Oder) will laut Landesbergbauamt ein weiteres Unternehmen, Celticque Energy, nach wie vor Öl-Vorkommen erkunden. Dort war das Vorhaben zunächst wegen Bürgerprotesten gestoppt worden. "Im Schlaubetal und in Müllrose gibt es keine Bohrungen, Pillgram ist aber ein Kandidat", sagte am Mittwoch Angelika Seidemann vom Bergbauamt.