Die noch junge Genossenschaft bietet derzeit rund 700 Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin und Brandenburg zu fairen Mieten an. Neben einigen Häusern in Friedrichshain und Kreuzberg erwarb die Bremer Höhe die heruntergekommenen Wohnhäuser des ehemaligen Stadtguts Hobrechtsfelde (Barnim) nördlich von Berlin. Gemeinsam mit den Mietern einigte man sich auf eine Kostenbeteiligung für die Instandsetzung, die aber um die Hälfte niedriger blieb als bei einem privaten Investor. Der Quadratmeterpreis für die sanierten Wohnungen liegt nun zwischen fünf und sieben Euro kalt. Für soziale Härtefälle gibt es eigene Regelungen.
Ziel ist, guten und vor allem bezahlbaren Wohnraum langfristig zu sichern, aber dennoch die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. „In Zeiten von Wohnungsnot und steigenden Mieten ist dieser Ansatz aktueller denn je“, heißt es in der Begründung der Jury.
Der Freiheitspreis wurde 2015 anlässlich des 850-jährigen Domjubiläums in Brandenburg an der Havel ins Leben gerufen. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Jury-Vorsitzender der evangelische Altbischof Wolfgang Huber. Der Preis wird alle zwei Jahre an Personen oder Institutionen vergeben, die durch ihr Engagement in den Bereichen Kultur, Religion, Wirtschaft oder Politik zur Verwirklichung des Freiheitsgedankens beigetragen.
Im Jahr 2016 ehrte die Jury das Menschenrechtszentrum Cottbus. Der Verein ehemaliger politischer Gefangener hatte das Cottbuser DDR-Gefängnis zur Gedenkstätte entwickelt.
Der mit 25 000 dotierte Preis wird am 11. Oktober im Rahmen eines Festaktes im Dom zu Brandenburg überreicht. „Wir sind freudig überrascht und sehr dankbar, dass unsere Arbeit anerkannt wird“, sagt Ulf Heitmann, Vorstand der „Bremer Höhe“ eG. Der Name der Baugenossenschaft geht auf ihre Gründung im Jahr 2000 in Prenzlauer Berg zurück. Damals wollte ein privater Investor die Häuser der Bremer Höhe an der Schönhauser Allee übernehmen. Um das zu verhindern, gründeten die Bewohner die Genossenschaft und kauften die Backsteingebäude selbst.
„Wir verfolgen die Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstbestimmung“, erklärt Mitbegründer Heitmann. Das ginge weit über die reine Versorgung mit Wohnraum hinaus. Und so sollen in Hobrechtsfelde weitere Neubauten mit Wohnprojekten entstehen. Ein Gemeinschaftshaus mit Tanzsaal wird ausgebaut. Darin könnte sogar ein Dorfladen  entstehen.