Also gibt es doch noch Helden? Als Gastgeber der Sitzung der Enquete-Kommission "Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels" wollte Darius Müller aber auf etwas anderes hinaus. Derartige Projekte könnten aus seiner Sicht ein Vorbild für eine lebendige Vereinsgemeinschaft sowie eine aktive Zivilgesellschaft sein und damit ländliche Regionen auch für junge Menschen wieder attraktiv machen.
Die im Herbst 2015 eingesetzte Kommission beriet am Freitag im Schloss Trebnitz über die Frage, wie junge Menschen stärker in die Entwicklung des ländlichen Raums miteinbezogen werden können. Eingeladen wurden Vertreter der DGB-Jugendbildungsstätte, der Landesregierung, des Landesjugendrings, der Bürgermeister und der Jugendrat der Stadt Seelow sowie der Verein Märkische Seen.
Wie auch andere Regionen Brandenburgs hat sich Trebnitz (Märkisch-Oderland) in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund des demografischen Wandels stark verändert. "Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung liegt bei 50 Jahren", sagt Ortsvorsteher Thomas Behrendt. Auch wenn es in den vergangenen Jahren auch Zuzug gegeben habe.
Diese Entwicklungen spiegeln sich auf der politischen Ebene wider. Es fehle eine kind- und jugendgerechte Auseinandersetzung, findet Simona Koß (SPD). "Vielerorts stehen nur Senioren im Vordergrund", sagt die Landtagsabgeordnete.
Dabei sind Grenzregionen für viele Menschen auch eine Chance, wie zum Beispiel für Anita Guth, die die Besucher der Enquete-Kommission durch den Dorfladen, das deutsch-polnische Schülercafé, die Gustav-Seitz-Ausstellung und das Internationale Archiv für Heilpädagogik führt.
Die 30-Jährige, die im südlichen Ungarn geboren ist, kam vor einem Jahr über den Europäischen Freiwilligendienst (EFD) zur Bildungs- und Begegnungsstätte. "Seitdem hat sich hier viel getan", sagt sie. Und sie findet es gut, ein Teil davon zu sein.
Dennoch hätten viele ländliche Regionen ihr Potenzial als Grenzregion noch nicht erkannt, findet Darius Müller. "Gerade hier bieten sich viele Möglichkeiten für junge Menschen." Gute Arbeitsplätze vor Ort seien entscheidend.