Die Brandenburger Landesregierung hat zum ersten Jahrestag der rot-schwarz-grünen Kenia-Koalition eine positive Bilanz ihrer Zusammenarbeit in der Krise gezogen. „Bei uns prallen ganz unterschiedliche politische Kulturen auf einander“, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch. „Aber wir suchen nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern die größte gemeinsame Summe.“ Dabei stehe die Bekämpfung der Corona-Pandemie an vorderster Stelle. „Wir werden daran gemessen, wie wir diese größte Krise seit der Wiedervereinigung meistern“, erklärte Stübgen.

Arbeit der Regierung vor allem durch Corona geprägt

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) betonte das hohe Tempo in der Regierungsarbeit, etwa durch die Anforderungen bei der Ansiedlung des US-Elektroautoherstellers Tesla und der Corona-Krise. „Wir hatten keine Zeit, uns mit uns selbst zu beschäftigen“, sagte Woidke. „Das schnelle Zusammenraufen angesichts der großen Herausforderungen ist ein gutes Fundament für die Zusammenarbeit gewesen.“
Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) bekannte, dass sie zu Anfang Sorge hatte, als kleinster Koalitionspartner „an die Wand gedrückt zu werden“. Durch die Corona-Pandemie sowie dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest und der Vogelgrippe habe sich ihr Ministerium zum Krisenzentrum der Landesregierung entwickelt, sagte sie. „Schönwetterpolitik kann jeder - Wir zeigen, dass die Landesregierung gemeinsam Krise kann.“ Sie räumte aber auch ein, dass es Fehler gegeben haben könnte. „Ich habe vielleicht die Wucht der zweiten Welle und wie früh sie gekommen ist, etwas unterschätzt.“