Die beiden Oppositionsfraktionen fordern deshalb, dass die Klassenfrequenz an Oberschulen auf maximal 23 Schüler begrenzt wird. Die Lehrer sollten mehr Anrechnungsstunden und die selbe Eingruppierung erhalten wie Gymnasiallehrer. Außerdem brauchen die Schulämter laut CDU und Grünen zusätzliche Pädagogen, die an den Schulen eingesetzt werden, an denen bei Vergleichsarbeiten besondere Schwierigkeiten zutage treten.
Hoffmann erklärte, es sei ein Unding, dass Oberschulen zum Teil ein halbes Jahr auf Unterstützung durch den schulpsychologischen Dienst warten müssen. Er wünsche sich, dass Eltern wieder Vertrauen in die Oberschulen fassen und nicht mehr um jeden Preis versuchen, ihre Kinder auf Gymnasien zu schicken.
Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Marie-Luise von Halem, machte auf die besonderen Herausforderungen an Oberschulen aufmerksam. 82 Prozent der Schüler mit gesondertem Förderbedarf besuchen diese Schulform. 1906 Flüchtlingskinder werden an Oberschulen unterrichtet, 28 Mal so viel wie an Gymnasien. Sie sprach von besorgniserregenden Unterschieden zwischen Oberschulen, Gesamtschulen und Gymnasien. Unterstützt wurde der Antrag durch BVB/Freie Wähler. Iris Schülzke bemängelte, dass vor allem Lehrer in naturwissenschaftlichen Fächern an Oberschulen fehlen. Die AfD nahm an der Sitzung nicht teil.
Für die SPD verwies Simona Koß darauf, dass die Klassenfrequenz an Oberschulen durchschnittlich bei 22,7 Schüler liegt. Nicht die Klassengröße sei das Problem, vielmehr komme es auf die Kompetenz der Lehrer an. Das Bildungsministerium baue das Weiterbildungsangebot aus. Kathrin Dannenberg (Linke) sieht die Ursache für die Probleme der Oberschulen in der frühen Trennung der Kinder. Sie plädierte für längeres gemeinsames Lernen. Die Schulzentren seien die Antwort auf dieses Problem. Dannenberg betonte, dass auch sie eine bessere Bezahlung der Lehrer an Oberschulen wünscht. Das Bildungsministerium könne auch ohne Haushaltsbeschluss die Pädagogen höher einstufen.
Bildungsminister Günter Baaske (SPD) lehnte den Antrag ab, da für die Absenkung der Klassenfrequenz 725 zusätzliche Lehrer nötig wären. Wenn der Landtag Spielräume für mehr Lehrer sehe, sollten sie seiner Meinung nach lieber in den ersten und zweiten Klassen eingesetzt werden.