Sie zog eine positive Bilanz der Corona-Schutzmaßnahmen. Mit der Entlassung von rund 300 Gefangenen, die Ersatzfreiheitstrafen verbüßen, sei der Platz für die Einrichtung von Quarantäne- und Isolierstationen ermöglicht worden. So sei es gelungen, die Ausbreitung des Coronavirus in den Anstalten zu verhindern. Ab dem 15. Juni sollen begleitete Ausgänge wieder ermöglicht werden. Therapien sollen weiterhin in erster Linie per Telefon oder Videoübertragung stattfinden.
Die rechtspolitische Sprecherin der Linken, Marlen Block, kritisierte die Ministerin, weil sie den Rechtsausschuss zu spät und nicht umfänglich über die Corona-Maßnahmen und die Lockerungen im Vollzug informiere. Block sorgte mit der Aussage, sie halte Gefängnisse in der jetzigen Form generell für entbehrlich, für eine lebhafte Debatte im Ausschuss. Hoffmann wies die Vermutung von Block zurück, dass die jüngsten beiden Suizide in brandenburgischen Gefängnissen im Zusammenhang mit den Einschränkungen der Corona-Maßnahmen stehen könnten.

Größtenteils Normalbetrieb bei Gerichten

Die brandenburgischen Gerichte arbeiten in weiten Teilen im Normalbetrieb, berichtete die Ministerin. Bei großen Prozessen wie in gerade in Cottbus mit fünf Angeklagten musste eine Messehalle angemietet werden, um die Abstandsregeln einzuhalten. Laut Hoffmann zeichnet sich bereits ab, dass die Eingänge bei Sozial- und Arbeitsgerichten im Zusammenhang mit Corona steigen.
Alle 5000 Mitarbeiter der Justiz sind inzwischen mit je drei Schutzmasken ausgestattet worden, die in den Vollzugsanstalten produziert wurden. Da die Produktion der Masken weitergeht, soll auch andere Teile der Landesverwaltung welche erhalten.