In Brandenburg sind die Corona-Ansteckungen und der Sieben-Tage-Inzidenzwert gesunken. Das Landes-Gesundheitsministeriums meldete am Sonntag (Stand: 16.5. 0.00 Uhr) einen Inzidenzwert von 61,7, am Sonntag vor einer Woche hatte er noch bei 89,1 gelegen.
Innerhalb eines Tages kamen landesweit 195 neue Corona-Fälle hinzu, am Sonntag vor einer Woche waren es 257 gewesen. An Wochenenden kann es jedoch zu einem Meldeverzug bei der Übermittlung der Fallzahlen durch die Gesundheitsämter kommen.
Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz muss an fünf Werktagen hintereinander unter 100 liegen, dann sind am übernächsten Tag Lockerungen in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt möglich. Unter 100 mit einem Wert von 99,2 rutschte am Sonntag der Landkreis Elbe-Elster. Am Samstag war noch ein Wert von knapp 115 gemeldet worden. Auch die Stadt Cottbus hat noch keinen stabilen Wert unter 100.
Campingplatzbetreiber sehen mit gemischten Gefühlen auf die Öffnung für Touristen zu Pfingsten. So müsse die Innengastronomie geschlossen bleibe, sagte der Vizepräsident des Bundesverbands der Campingwirtschaft in Brandenburg (BVCD), Jörg Klofski. Auch sei nicht geklärt, was bei steigender Zahl von Neuinfektionen passiere.
Aufgrund der verfügten Lockerungen der Landesregierung ist ab Freitag vor Pfingsten für zwei Haushalte das Übernachten in Ferienwohnungen, Ferienhäusern, auf Campingplätzen und auf Charterbooten mit eigenen Sanitäranlagen erlaubt, wenn die Zahl neuer Corona-Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche stabil unter 100 liegt sowie ein Hygienekonzept und Negativtests vorliegen. Hotels und Pensionen können noch nicht öffnen - gleiches gilt für Bäder, Thermen und Freibäder.

Tourismus-Branche hofft auf Lockerungen

Birgit Kunkel, Sprecherin der Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB), zeigte sich erleichtert über die anstehenden Lockerungen. „Die rückläufigen Corona-Zahlen stimmen uns optimistisch, dass im Juni dann weitere Öffnungen folgen werden“, sagte sie.
Brandenburger können unterdessen wieder zum Einkaufsbummel über die Grenze nach Polen fahren - ohne Corona-Quarantäne und negativen Test bei Rückkehr. Am Wochenende bemerkte die Polizei keinen Ansturm beim Übergang Stadtbrücke in Frankfurt (Oder) in Richtung Polen, hieß es. Der Markt auf polnischer Seite hat auch sonntags geöffnet.
Wer für weniger als 72 Stunden Verwandte ersten Grades besucht oder für bis zu 24 Stunden zum Einkaufen nach Polen fahrt, braucht weder Quarantäne noch Test bei der Rückkehr. Polen verlangt allerdings bei der Einreise weiterhin einen Test, um Quarantäne zu verhindern - egal, wie lange man dort ist. Ausgenommen sind Geimpfte und Genesene. Für Berlin gilt das Gleiche wie für Brandenburg. Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung richtet sich die Regelung nach der Corona-Einreiseverordnung des Bundes.

200.000 Impfungen wöchentlich - nur mit Impfzentren

Der Brandenburger Städte- und Gemeindebund hat auf die weitere Notwendigkeit von Impfzentren und mobilen Impfteams hingewiesen. Ohne sie sei es nicht durchsetzbar, wöchentlich im Land 200.000 Impfungen durchzuführen, sagte Geschäftsführer Jens Graf. Beim Impfgipfel der Landesregierung vergangenen Montag wurde entschieden, dass die 13 Impfzentren bis mindestens Ende Juli weiter betrieben werden.
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