Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in Brandenburg eine Milliarde Euro Corona-Hilfen ausgegeben worden. Knapp 114.000 Anträge seien seit dem Start der Soforthilfe am 25. März 2020 bei der Förderbank des Landes ILB eingegangen, sagte eine Sprecherin.
Im Durchschnitt wurden laut ILB 10.260 Euro bewilligt. Die Beträge reichten danach von wenigen Hundert bis zu mehreren Millionen Euro. Der 25. März 2020 sei mit 22.500 Anträgen der Spitzentag gewesen, derzeit erreichten die Förderbank 50 bis 150 pro Tag.

Gastgewerbe stellt die meisten Anträge auf Corona-Hilfe

Im Vorjahr erhielten danach rund 76.700 Antragsteller Soforthilfe, 10 700 die November- und 10.600 die Dezemberhilfe. In diesem Jahr gingen die Überbrückungshilfen I bis III und Neustarthilfen in 15.170 Fällen an Hilfesuchende. Mit allein 12.000 Anträgen in diesem Jahr 2021 stellte das Gastgewerbe den Angaben zufolge so viele wie keine andere Branche. Bewilligt worden seien 180 Millionen Euro. Für die Kunst, Unterhaltung und Erholung seien etwa 5000 Anträge eingegangen, genehmigt habe die ILB etwa 60 Millionen Euro Hilfen. Die Bearbeitungszeit habe in der Regel fünf Arbeitstage betragen, wenn Unterlagen korrekt vorlagen.

15 Prozent der Anträge auf Corona-Hilfe abgelehnt

15,2 Prozent der Anträge auf Soforthilfe seien abgelehnt worden. Gründe seien oft fehlende oder falsche Unterlagen gewesen, oder der Antragsteller sei nicht hilfeberechtigt gewesen. Gut die Hälfte der insgesamt 1 Milliarde Corona-Hilfen wurde laut ILB für die Soforthilfe ausgegeben. Insgesamt hätten von den Hilfsprogrammen 36.500 Firmen und Soloselbstständige profitiert, 233.000 Arbeitsplätze seien abgesichert worden.
Die Milliarden-Summe habe anfangs niemand für möglich, aber auch niemand für notwendig gehalten, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD). Vor allem konsumnahe Dienstleistungen, das Hotel- und Gastgewerbe und die Veranstaltungsbranche hätten massive Verluste hinnehmen müssen. „Ich bleibe optimistisch, dass die märkische Wirtschaft in ihrer Gesamtheit die Herausforderungen der Pandemie meistern wird“, sagte er. Nicht jedes einzelne Unternehmen könne gerettet werden. Der Vorstandsvorsitzende der ILB, Tillmann Stenger, zeigte sich zuversichtlich, dass mit wachsendem Erfolg der Impfkampagne die Programme mittelfristig abgeschlossen werden könnten.
Insgesamt wurden der ILB bislang 332 Verdachtsfälle auf Betrug oder Geldwäsche bekannt. Sie wurden nach den Angaben an das Landeskriminalamt weiter gegeben.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.