Bisher müssten Erst- und Zweitimpfung zwingend am gleichen Ort stattfinden, sagte der Minister am Donnerstag vor der Gesundheitsministerkonferenz.
Diese Regel bremse massiv aus, jetzt wo das Impfen in die Hausarztpraxen verlagert werde. Es sei nicht zu vermitteln, warum die Zweitimpfung nicht in einem anderen Impfzentrum als die Erstimpfung oder beim Hausarzt möglich sei. Die Gesundheitsminister müssten das umgehend klären.

Fast 30 Prozent Erstimpfung

In Brandenburg wurden seit Beginn der Impfkampagne rund 686 000 Menschen oder 28 Prozent der Bevölkerung mit einer Erstimpfung versorgt (Stand: 5. Mai). Mehr als 214 000 Menschen oder 8,5 Prozent aller Brandenburger sind bereits nach Angaben des Impflogistikstabes vollständig geimpft. Bislang wurden rund 900 400 Impfungen verabreicht - etwa 32 500 mehr im Vergleich zum Vortag. Anfang März waren noch bestenfalls 30 000 Impfungen pro Woche verabreicht worden.

120.000 Dosen in einer Woche

Nach Aussagen der Kassenärztlichen Vereinigung seien um die 150 000 Impfungen pro Woche allein in den Arztpraxen möglich, sagte Stübgen. Vorerst müssten die Erwartungen jedoch noch etwas gedrosselt werden, da den niedergelassenen Ärzten in dieser Woche höchstens rund 120 000 Dosen zur Verfügung stünden.
Unterdessen hat die Landesärztekammer vom Gesetzgeber rechtliche Klarheit angesichts der Freigabe des Impfstoffs von Astrazeneca auch für unter 60-Jährige gefordert. Dabei gehe es um die notwendige Vorsorge für eventuelle Impfschäden und die möglichst vollständige Haftungsabsicherung der impfenden Mediziner. Die Landesregierung werde aufgefordert, eine einstweilige Haftungszusage als Sofortmaßnahme zu erteilen, hieß es.
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