Brandenburg bekommt in der kommenden Woche 25 Prozent weniger Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer. Daher könnten in den kommenden Wochen weniger Erstimpfungen durchgeführt werden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Die Reduzierung der Impfstoffmenge werde bis Mitte Februar nicht kompensiert, hieß es in der Mitteilung. Darüber hinaus gebe es noch keine gesicherten Lieferzusagen der Hersteller.

Nonnemacher ist mit Lieferungsangaben zum Impfstoff nicht zufrieden

„Die jetzt vorliegenden Informationen zum weiteren Lieferzeitplan und Lieferumfang des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs sind nicht zufriedenstellend. Es gibt noch viele Unklarheiten“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Das Land könne das System nicht beliebig schnell hoch- und runterfahren, betonte sie. „Das sind komplexe Abläufe, für deren gewissenhafte Vorbereitung und Durchführung wir absolut verlässliche Lieferzusagen benötigen.“

Was hat das jetzt für Auswirkungen?

  • Alle notwendigen Zweitimpfungen zur Erlangungen des vollständigen Impfschutzes sind gesichert. Das bedeutet: Alle Personen, die schon die erste Impfung erhalten haben, bekommen auch die zweite Impfung.
  • In Pflegeheimen wird weiter geimpft. Die Impfungen von Bewohnerinnen und Bewohner in stationäre Pflegeeinrichtungen haben weiterhin die höchste Priorität, da diese Personen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 haben. Die mit den Pflegeeinrichtungen bisher vereinbarten Termine mit den mobilen Impfteams zur Durchführung der Erst- bzw. Zweitimpfung sollen unverändert stattfinden.
  • Für die Impfzentren Potsdam, Cottbus und Schönefeld werden bis auf weiteres keine neuen Impftermine vergeben. Für die vereinbarten Erst-Impftermine in der nächsten und übernächsten Woche (Kalenderwochen 4 und 5) wird es zu notwendigen Umbuchungen kommen. Die betroffenen Personen werden über das Callcenter hierüber persönlich informiert. Die für diese drei Standorte vorgesehenen Zweit-Impftermine werden wie vereinbart durchgeführt.
  • Die für die in dieser Woche startenden Impfzentren Elsterwerda, Frankfurt (Oder) und Oranienburg vereinbarten Impftermine in dieser und der nächsten Woche (Kalenderwoche 3 und 4) bleiben bestehen. Außerdem werden ab der 5. Kalenderwoche für diese Standorte nur reduziert neue Terminangebote gemacht.
  • Die geplanten Impfzentren in Brandenburg an der Havel, Eberswalde, Prenzlau, Luckenwalde und Kyritz will das Land Brandenburg fristgerecht an den Start bringen. Für sie ist der Impfstoff vom Hersteller Moderna vorgesehen.
„Die heute vom Bundesgesundheitsministerium den Ländern angekündigten Veränderungen bei der Auslieferung bei Moderna beunruhigen mich. Das ist innerhalb weniger Tage der zweite Fall, dass sich die Länder auf gemachte Zusagen nicht voll verlassen können. Für die Umsetzung der Nationalen Impfstrategie ist das eine weitere Belastung. Das Tempo der Impfungen wird durch die Impfstofflieferungen bestimmt“, sagte Gesundheitsministerin Nonnemacher.
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