In Brandenburg dürfen am Montag neben Friseursalons auch Gartenmärkte, Gärtnereien und Blumenläden wieder öffnen. Das gab Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung bekannt. Diese Lockerungen der Corona-Beschränkungen sind bereits nach der aktuellen Verordnung möglich, die noch bis zum 7. März gültig ist. „Das ist ein kleiner Schritt, das ist mir bewusst“, sagte Woidke. „Ich weiß, dass die Erwartungen bei den Industrie und Handelskammern, bei den Handwerkskammern und im Einzelhandel deutlich größer sind.“
In Berlin sind derartige Lockerungen ab 1. März nicht geplant. Kommen die Berliner dann  zum Pflanzenkauf ins Brandenburger Umland?

Geschäfte möglichst vor Ostern öffnen

Möglichst noch vor Ostern würde Brandenburg die Corona-Beschränkungen für Geschäfte, Museen und Sport im Freien gern wieder lockern, kündigte Woidke (SPD) an und legte einen Stufenplan vor, den er bei der Bund-Länder-Runde am 3. März einbringen will. „Aus Brandenburger Sicht sollte in diesem Sinne dem Einzelhandel, den Museen, den Ausstellungen, dem Sport im Außenbereich, den Veranstaltungen unter freiem Himmel eine Perspektive möglichst noch vor Ostern gegeben werden“, sagte Woidke. Das sei aber abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen und dem weiteren Impfen. Auch solle weiter Abstand gehalten werden, Masken sollten wo nötig getragen werden.

Situation in den Krankenhäusern wird beobachtet

Die Lockerungen der Eindämmungsverordnung sollen künftig nicht ausschließlich an den Inzidenzzahlen festgemacht werden. Es gehe auch um die Situation in den Krankenhäusern, die sich in den vergangenen Wochen entspannt hat.
Woidke betonte, dass es keinen brandenburgischen Sonderweg geben wird. Das Land wird seine Vorstellungen in der kommenden Woche in die Beratungen mit der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten einbringen. Man müsse aber auch immer bereit sein, wieder einen Schritt zurück zu gehen, wenn sich die Lage verändert, betonte er.

Impfangebote für Lehrer und Erzieher

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) informierte, dass die Bundesverordnung für die Impfung von Grundschullehrern, Sonderpädagogen und Kita-Erzieherinnen und Erziehern am Mittwoch vorliegen soll und dann sehr schnell ein entsprechendes Impfangebot unterbreitet werden soll.
Landwirtschaftsminister Axel Vogel (Grüne) begrüßte die Öffnung des Gärtenbaus. Aktuell warten 2,2 Millionen Frühblüher auf den Verkauf in Brandenburg. Wenn diese jetzt nicht verkauft werden können, würde auch der weitere Blumenanbau für das ganze Jahr aus dem Takt geraten und die Branche schwer treffen.
Kontrovers diskutiert wurde nach Aussage von Woidke ein Plan zur Eröffnung des Landes, die die Staatskanzlei vorgelegt hat. Darin sind einzelne Öffnungsschritte vorgegeben. Insbesondere Gesundheitsministerin Nonnemacher sehe die Öffnung des Einzelhandels im März kritisch.

Eröffnungsschritte in Stufen:

Stufe 1 (aktuell geltende Eindämmungsverordnung)
● Kita geöffnet, Betreuung zu Hause soweit möglich
● Wechselunterricht Grundschulen; Präsenz Abschlussklassen
● Kontaktbeschränkung 1 Haushalt/1 Person (Kinder bis 14 Jahre dieser HH bleiben unberücksichtigt)
● Elementare körpernahe Dienstleistungen (Dienstleistende im Gesundheits-bereich und sonstige helfende Berufe, soweit diese medizinisch, pflege-risch oder therapeutisch notwendige Leistungen erbringen, insbesondere im Bereich der Physio- oder Ergotherapie, Logopädie, Podologie sowie der Fußpflege, die nicht rein kosmetischen Zwecken dient sowie Frisöre)
Stufe 2
● Kita geöffnet, Betreuung zu Hause soweit möglich
● Wechselunterricht Grundschulen und weiterführende Schulen; Präsenz Abschlussklassen
● Kontaktbeschränkung 2 Haushalte/5 Personen (Kinder bis 14 Jahre dieser HH bleiben unberücksichtigt)
● Einzelhandel mit Zugangsbegrenzungen
● Einstieg in außerschulische Bildungsangebote
● Einstieg in Jugendarbeit > 14 Jahre
● Sport mit Abstand, feste Gruppen (außen vor innen)
● Museen, Ausstellungshäuser, Planetarien, Bibliotheken
● Einrichtungen unter freiem Himmel wie Gedenkstätten
● Veranstaltungen im Freien (Begrenzung der Personenzahl)
● Outdoor-Freizeitangebote
Stufe 3
● Kita Regelbetrieb
● Ausweitung Präsenzpflicht an Grundschulen und weiterführenden Schulen
● Kontaktbeschränkung 3 Haushalte/10 Personen (Kinder bis 14 Jahre dieser HH bleiben unberücksichtigt)
● Theater, Konzerte, Kino
● Einstieg Gastronomie
● Beherbergung Einzelobjekte Ferienhäuser/Ferienwohnungen/Camping
● Sport, Training und Wettkampf größere Gruppen ohne Abstand (außen vor innen)
● Körpernahe Dienstleistungen wie z. B. Kosmetik
● Freizeitangebote*innen (Begrenzung Personenzahl)
● Veranstaltungen in geschlossenen Räumen (Begrenzung Personenzahl)
● Versammlungen: unter freiem Himmel Ausweitung Teilnehmerzahl auf über 500; in geschlossenen Räumen weiterhin Begrenzung durch Hygieneregeln in Abhängigkeit von Raumgröße und Beschaffenheit
Stufe 4
● Kita / Schule Regelbetrieb
● Keine Kontaktbeschränkung
und will die Grenze zu Polen schließen Beherbergung Hotel / Ferienwohnungen
● Freizeitangebote innen ausweiten
● Schwimmbäder/Thermen/ Wellness
● Spielhallen
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