Brandenburg will nach einem holprigen Impfstart die Kapazitäten ausweiten, damit die Bürger schneller gegen das Coronavirus geimpft werden. Dafür sollen bis Ende Februar in allen 14 Landkreisen und vier kreisfreien Städten Impfzentren errichtet werden, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit. Bislang waren bis Anfang Februar elf Impfzentren geplant. Zudem solle die Zahl der mobilen Impfteams erhöht werden, damit alle Bewohner in Alten- und Pflegeheimen bis Mitte Februar ein Impfangebot erhielten. Dies hatten Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Mittwochabend bei einer Videokonferenz mit Landräten und Oberbürgermeistern vereinbart.
Für die Impfung der über 80-Jährigen, die zu Hause leben, sollen neben den Impfzentren auch freie Kapazitäten der Krankenhäuser genutzt werden, wie die Staatskanzlei berichtete. Für die Impfung von Personen in häuslicher Pflege sollen auch die mobilen Impfteams eingesetzt werden.

Großteil der Menschen soll geimpft werden

„Wir rechnen mit einer Beteiligung von etwa 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung. Es wäre aber gut, wenn sich noch mehr impfen lassen“, sagte Woidke. Besonders wichtig sei, dass Beschäftigte im Pflege- und Gesundheitswesen teilnähmen. „Von einer Impfpflicht halte ich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nichts – zumal der Impfstoff dafür im Moment gar nicht da wäre“, betonte Woidke.
„Der geplante deutliche Ausbau der Impfkapazitäten im Land Brandenburg müsse durch entsprechende Impfstofflieferungen des Bundes abgesichert sein“, forderte Nonnemacher mit Blick auf die aktuell begrenzten Impfstoffmengen. „Wir setzen darauf, dass der Bund seine Zusagen einhält.“
Bei den Impfungen pro 1000 Einwohner lag das Land mit 10,7 nach Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag auf dem 8. Platz der 16 Bundesländer und über dem Bundesdurchschnitt von 10,1. Mit 2545 Impfungen von Pflegeheimbewohnern lag Brandenburg auf dem vorletzten Platz vor Thüringen.
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