In einer Telefonkonferenz mit Landräten und Oberbürgermeistern wurde an diesem Freitag beraten, wie Brandenburg mit den steigenden Inzidenzzahlen umgeht. Wie Regierungssprecher Florian Engels am Abend mitteilte, sollen ab Montag, 19. April wieder Ausgangsbeschränkungen gelten. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 100 in Kreisen oder kreisfreien Städten gilt die Ausgangsbeschränkung von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr. Ab einem Wert von 200 sollen auch Grundschulen und Kitas schließen.

Regelung für Alleinerziehende

„Wenn die Inzidenz über 200 geht, soll es nur noch Distanzunterricht geben“, erklärte Engels gegenüber moz.de. Allerdings ist eine Notbetreuung geplant – auch für Alleinerziehende, so Engels.
Das Brandenburger Kabinett wolle am Sonnabend die entsprechende Corona-Verordnung beschließen und am Nachmittag über genauere Regeln informieren.
„Grund für die Änderung der Strategie sind die hohen Zahlen an Neuinfektionen in einigen Landkreisen sowie die Lage auf den Intensivstationen“, sagte Florian Engels.

Woidke dringt auf einheitliche Regelungen bundesweit

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt für die geplanten bundesweit einheitlichen Corona-Regeln auf die Möglichkeit von Spielräumen für schärfere Beschränkungen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass es vernünftig ist, bundeseinheitliche Regeln bei einem sehr hohen, dynamischen Infektionsgeschehen zu haben“, sagte Woidke laut Medienberichten. „Wichtig ist mir aber, dass wir mit härteren Regeln abweichen können, wenn wir zum Beispiel besondere Gefahren sehen.“
Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Brandenburg weiterhin hoch. Innerhalb eines Tages seien 621 neue Fälle gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit, nach 883 am Vortag. Als weiterer Landkreis musste die Uckermark in die „Notbremse“ gehen, weil dort die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche den dritten Tag hintereinander die 100er Marke überschritten hatte.

Niedrigste Inzidenz in Potsdam

Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz hatte am Freitag erneut die Landeshauptstadt Potsdam mit 87,1. Dort wurde die „Corona-Notbremse“ inzwischen schon wieder gelockert. Auch in den Landkreisen Barnim und Potsdam-Mittelmark hat es Lockerungen gegeben. Ansonsten herrscht flächendeckend der schärfere Lockdown.
Die Stadt Cottbus hob unterdessen die Testpflicht für Kinder in Kindertageseinrichtungen mit sofortiger Wirkung auf. Das entschied die Stadtverwaltung auf Basis neuer landesweiter Regelungen. Die Testpflicht für die Kita-Beschäftigten bleibt hingegen bestehen.
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