Die Gewalt innerhalb der Familie ist in Brandenburg zwischen Ende Februar und Ende September 2020 nach Angaben der Landesregierung gestiegen - die Zeit fällt in die Corona-Pandemie. Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt sei um 25 Prozent höher gewesen als im Vorjahreszeitraum, sagte Stübgen am Freitag in Potsdam als Zeuge im Corona-Untersuchungsausschuss des Brandenburger Landtags zur Krisenpolitik der Landesregierung. Ein Zusammenhang mit der Pandemie liege nahe, könne aber nicht wissenschaftlich bewiesen werden. Laut Ministerium wurden zwischen 28. Februar und 23. September 2020 insgesamt 2856 Anzeigen häuslicher Gewalt erfasst, das seien 24,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Frust wegen Corona ist vielseitig

Gegen die Corona-Regeln gab es nach Angaben des Innenministers in dem Zeitraum zahlreiche Verstöße. Es habe „erhebliche Fälle“ gegeben, in denen die Hygienevorschriften nicht eingehalten worden seien, insbesondere bei verschiedenen Versammlungen, sagte Stübgen. Nach der Befragung sagte er der Deutschen Presse-Agentur: „Ein wesentlicher Bereich waren die Atteste.“ Es habe sich schnell gezeigt, dass mit den Attesten „ein gezielter Missbrauch getrieben worden ist“. Auch das Abstandsgebot sei in verschiedenen Fällen nicht eingehalten worden. Konkrete Zahlen gab es dazu zunächst nicht. Der Ausschuss, den die AfD-Fraktion durchgesetzt hatte, soll die Krisenpolitik der Landesregierung unter die Lupe nehmen.
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