Rund 64 000 Unternehmen und Solo-Selbstständige in Brandenburg sind im vergangenen Jahr von der Investitionsbank des Landes (ILB) mit 579 Millionen Euro unterstützt worden. Ohne die Sonderprogramme in der Corona-Krise seien 1,7 Milliarden Euro für 5600 Vorhaben als Förderung zugesagt worden, teilte die Förderbank am Donnerstag in Potsdam mit. Das entspricht etwa dem Niveau des Vorjahres. Trotz der Pandemie sei auch die Tätigkeit von Gründungen überraschend stark gewesen. Die Priorität liege nun bei der Abarbeitung der Anträge für November- und Dezemberhilfen für Unternehmen, sagte ILB-Vorstand Kerstin Jöntgen.

Über 500 Mio. Euro ausgezahlt

Die Förderbank zahlte im vergangenen Jahr 531 Millionen Euro Soforthilfe an 61 200 Unternehmen und Solo-Selbstständige aus. Von den Überbrückungshilfen I und II hätten in Brandenburg 2873 Unternehmen Gebrauch gemacht. An sie seien bisher 37 Millionen Euro ausgezahlt worden. Seit dem 12. Januar bearbeiteten mehr als 50 Beschäftigte der Bank die November- und Dezemberhilfen, sagte Jöntgen. Die vom Lockdown betroffenen Unternehmen sollen damit 75 Prozent ihres entsprechenden Umsatzes im Vorjahr für den Zeitraum der Schließung erstattet bekommen. Wegen Verzögerungen bei der Auszahlung der Novemberhilfen hatten Verbände die Bundesregierung kritisiert.

Verteilung der Fördermittel in Brandenburg

Die Investitionsbank sagte 2020 insgesamt 2,3 Milliarden Euro für fast 70 000 Vorhaben zu. Den größten Anteil macht die Förderung von Infrastrukturvorhaben mit 703 Millionen Euro aus - zum Beispiel für öffentliche Projekte, soziale Infrastruktur und den Breitbandausbau für schnelleres Internet. In die Wirtschaft gingen 511 Millionen Euro zum Beispiel an die Industrie. In den Wohnungsbau flossen 447 Millionen Euro, darunter Förderdarlehen und die Förderung des Mietwohnungsbaus. In den Arbeitsbereich gingen 35 Millionen Euro.
Für das laufende Jahr plant die Förderbank mit einem deutlich geringeren Fördervolumen - mit 1,1 Milliarden Euro. Dabei sei auch berücksichtigt, dass die alte EU-Förderperiode 2020 zu Ende gegangen sei und es ein Übergangsjahr sei.
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