Innerhalb eines Tages kamen in Brandenburg 23 neue Fälle hinzu, vier Neuinfektionen wurden wegen Doppelzählungen abgezogen, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam mit. Am Tag zuvor hatten die Gesundheitsämter 42 neue Fälle gemeldet, vor einer Woche waren es 13 neue. Die meisten neuen Corona-Ansteckungen kamen mit fünf im Landkreis Oder-Spree hinzu.
Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl neuer Infektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche - legte in Brandenburg auf über 5 zu und liegt nun bei 5,2 nach 4,8 am Mittwoch. Das Land hat den höchsten Inzidenzwert der ostdeutschen Länder ohne Berlin. In Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz niedriger als in Brandenburg, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. In Berlin ist sie dagegen über die Marke von 10 auf 11,6 gestiegen.

Frankfurt (Oder) weiterhin mit der höchsten Inzidenz

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Frankfurt (Oder) rutschte wieder unter die Marke von 20 und lag mit 19,0 weiter an der Spitze in Brandenburg. Einen zweistelligen Wert hat auch der Kreis Oberhavel mit 10,8. In Oberspreewald-Lausitz ist der Wert nach wie vor bei Null. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz fünf Tage lang anhält, gilt dort wieder eine Testpflicht etwa in Gaststätten drinnen oder bei touristischen Übernachtungen. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte darauf verwiesen, dass die infektiösere Delta-Variante auch in Brandenburg auf dem Vormarsch ist.
In Brandenburg haben 1,03 Millionen Menschen eine komplette Impfung gegen das Coronavirus erhalten, das entspricht knapp 41 Prozent der Bevölkerung. Damit bleibt das Land im bundesweiten Vergleich hinten. Eine erste Impfung haben 1,37 Millionen Menschen bekommen, das sind 54 Prozent. Brandenburg liegt dabei im Ländervergleich auf dem drittletzten Platz.

Immer mehr Fälle der Delta-Variante in Brandenburg

Die Delta-Variante des Coronavirus ist in Brandenburg weiter auf dem Vormarsch. Bisher seien 137 Fälle bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam am Donnerstag auf Anfrage mit. In der Kalenderwoche 24 Mitte Juni wurden 8 Fälle von insgesamt 92 Infektionen (8,7 Prozent) gezählt, eine Woche später waren es bereits 18 von 62 Erkrankungen (29 Prozent).
In der Kalenderwoche 26 Ende Juni wuchs die Zahl der Delta-Fälle auf 24 von 57 Erkrankungen (42 Prozent) und in der vergangenen Woche auf 40 von 96 Corona-Fällen (knapp 42 Prozent). Bundesweit liegt der Anteil der Delta-Variante bei den Neuerkrankungen aktuell bei 74 Prozent.
In Brandenburg wurden im Landkreis Elbe-Elster mit bislang 28 die meisten Erkrankungsfälle mit der Delta-Variante nachgewiesen. Es folgten die Landkreise Märkisch-Oderland mit 20 und Oberhavel mit 14 Delta-Fällen.
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