Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) hat sich verärgert über die Einkaufsausflüge von Berlinern in Polen inmitten des Corona-Lockdowns gezeigt. „Ich habe in der jetzigen Situation überhaupt kein Verständnis dafür, dass Bürgermeister Müller seinen Berlinern weiterhin erlaubt, Ausflüge nach Polen zu machen, um Schnaps, Zigaretten und Böller einzukaufen“, sagte Stübgen der Deutschen Presse-Agentur. Seit Anfang des Jahres habe Brandenburg versucht, sich mit Berlin abzusprechen, sagte der Innenminister. „Was die Berliner machen, ist jedoch nicht berechenbar.“

Keine Quarantäne für Berliner

Berliner dürfen ohne anschließende Quarantäne zum Kurztrip und Einkaufen nach Polen einreisen - für Brandenburger gilt dies im harten Lockdown nicht mehr. Diese Lage hat zu einer Debatte in beiden Ländern geführt. Es gab Berichte, wonach die Leute aus Berlin zum Böllerkauf oder zu anderen Einkäufen nach Polen fahren.
Die Grenze sei nicht ursächlich für die Ausbreitung des Coronavirus, erläuterte Stübgen. Dennoch habe Brandenburg beschlossen, gleichzeitig mit dem Lockdown des Einzelhandels den kleinen Grenzverkehr auszusetzen. „Es ist wenig sinnvoll, wenn die Menschen hierzulande nicht mehr einkaufen können, sich dann aber auf den Polenmärkten treffen“, betonte der Innenminister.
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