Ein Jahr nach dem ersten Corona-Fall in Brandenburg hat Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) eine kritische Zwischenbilanz gezogen. „Was ich unterschätzt habe, ist die extrem starke emotionale Betroffenheit vieler Menschen beim Impfen“, sagte die Ministerin am Dienstag im Inforadio des RBB. Die Erwartungen und Hoffnungen seien bei der Zulassung des ersten Impfstoffs durch die EU Ende Dezember groß gewesen. Viele hätten gehofft, sich keine Sorgen mehr machen zu müssen.

Überforderung zu Beginn der Impfungen

Am Anfang habe es aber nur sehr überschaubare Kontingente an Impfdosen gegeben, so Nonnemacher. Viele seien verzweifelt gewesen, weil sie bei der Hotline für die Vergabe von Impfterminen nicht durchgekommen seien. „Diese starke emotionale Betroffenheit, die habe ich mir - glaube ich - nicht ausreichend klar gemacht.“ Vor genau einem Jahr gab es in Brandenburg die erste Erkrankung an dem neuartigen Coronavirus: ein 51-Jähriger aus dem Landkreis Oberhavel, der zuvor in Südtirol war.
In Brandenburg können sich derzeit Menschen über 80, Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Personal in Medizin und Pflege impfen lassen. Einen Schutz erhalten auch Menschen mit schweren Erkrankungen, Polizisten mit hohem Infektionsrisiko, Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher. Lehrer und Erzieher können sich in Impfzentren impfen lassen - bald auch in Krankenhäusern in Schwedt, Eberswalde, Eisenhüttenstadt, Senftenberg, Strausberg und Potsdam. Am Mittwoch beginnen in vier Arztpraxen in Bad Belzig, Senftenberg, Pritzwalk und Wittenberge mit Impfungen - zunächst als Modellprojekt.

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