Wie weit Schülerinnen und Schüler durch die Corona-Pandemie zurückgefallen sind, ist aus Sicht von Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst schwer einzuschätzen. „Aber alle Länder haben Pläne gemacht, wie man den versäumten Unterricht aufholen kann“, sagte die SPD-Politikerin, die am 14. Januar die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz (KMK) übernimmt, dem „Handelsblatt“ (Online-Ausgabe). „Bei uns in Brandenburg etwa ist nach unserer Umfrage in den Schulen nicht so viel Unterrichtsstoff nicht vermittelt worden, wir können das im normalen Unterricht aufholen. Extra-Unterricht etwa am Sonnabend wird nur in Einzelfällen nötig“, sagte Ernst.

Aufholjagd bei der Digitalisierung

Nachholbedarf gibt es aus ihrer Sicht dagegen vor allem bei der Digitalisierung der Schulen. Dafür sollen nicht zuletzt Mittel genutzt werden, die der Bund schon Mitte 2019 für den Digitalpakt bereitgestellt hat, von denen aber nur ein kleinerer Teil abgerufen wurde. „Wir hatten natürlich einen bedauerlichen Stau durch die Pandemie, weil Kommunen und Schulen mit dem Pandemie-Management befasst waren“, sagte Ernst. „Inzwischen gibt es aber eine irre Aufholjagd. In Brandenburg werden wir zum Ende des Jahres fast wieder im Zeitplan sein.“

Ernst sieht E-Mail-Adressen als Fortschritt

Erste Fortschritte sind für Ernst bereits zu sehen: „Bei uns in Brandenburg haben wir jetzt alle Lehrer mit E-Mail-Adressen versorgt, im nächsten Schuljahr wollen wir das auch für die Schülerinnen und Schüler schaffen. Aber natürlich hätte ich mir das früher gewünscht als 2020.“
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