Vor den erwarteten schärferen Corona-Maßnahmen haben viele Brandenburger den Samstag noch einmal zu Weihnachtseinkäufen genutzt - ein Ansturm blieb aber aus. In der Potsdamer Innenstadt war es voll, viele Menschen kauften ein, wie ein dpa-Reporter berichtete. Glühwein to go und Essen auf dem Wochenmarkt ist seit Samstag allerdings verboten - es gelten schärfere Corona-Regeln, unter anderem ein Verbot von Alkoholkonsum und von Verzehr von Speisen auf Märkten.

Inzidenzwert in Cottbus bei 310

Auch in Cottbus waren die Geschäfte gut besucht. In der zweitgrößten Stadt des Landes gelten seit diesem Samstag schärfere Beschränkungen des öffentlichen Lebens, darunter nächtliche Ausgangsbeschränkungen zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 300 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner. Cottbus lag am Samstag bei einem Wert von 310. In Frankfurt (Oder) waren die Einkaufszentren nach dpa-Informationen voll, auch die Innenstadt war belebt. Viele Menschen nutzten den Tag, um noch einzukaufen. Das Ordnungsamt kontrollierte ein erlassenes Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen.

Düsteres Bild für die Zukunft des Handels

Der stellvertretende Geschäftsführer beim Handelsverband Berlin-Brandenburg (HDE), Günter Päts, geht davon aus, dass die Umsatzzahlen in den großen Shopping-Centern noch einmal gut ausfallen werden. Insgesamt zeichnete er aber mit Blick auf die erwarteten schärferen Corona-Beschränkungen ein eher düsteres Bild für die Branche. „Die umsatzstärksten Wochen waren immer die Wochen vor Weihnachten“, sagte Päts der Deutschen Presse-Agentur. Nun fielen auch die verkaufsoffenen Sonntage weg. Leidtragende seien vor allem die Facheinzelhändler in den Innenstädten. Er rechnete mit einem Umsatzrückgang von bis zu 30 Prozent. „Wir sind nicht glücklich über diese Entwicklung“.

Online-Geschäft profitiert

Päts befürchtet Auswirkungen für den Einzelhandel auch auf das kommende Jahr, sollten schärfere Corona-Beschränkungen in Kraft treten. Gerade das Online-Geschäft profitiere davon. „Selbst Menschen, die noch nie online gekauft haben, lassen sich jetzt von Kindern und Enkeln das Bestellen übers Internet erklären“, schätzte er ein. Das werde Auswirkungen auch auf das künftige Kaufverhalten haben. Päts appellierte, zur Unterstützung der Händler in den Geschäften Gutscheine für Geschenke zu kaufen, die nach Weihnachten eingelöst werden könnten.
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