In Brandenburg gelten inzwischen elf Landkreise und drei kreisfreie Städte als Corona-Hotspots. Mit knapp 206 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritt der Landkreis Teltow-Fläming die kritische Schwelle. Er gehört damit möglicherweise bald zu den 11 der 14 Landkreisen und 3 kreisfreien Städten, für die seit Samstag besonders scharfe Corona-Beschränkungen gelten.

Strenge Kontrollen durch Polizei

Nach dem Beschluss der Landesregierung vom Freitag sind für Bürger dieser Kommunen touristische Reisen und Sport außerhalb eines Radius von 15 Kilometern um den Landkreis oder die Stadt verboten. Allerdings muss die hohe Sieben-Tage-Inzidenz fünf Tage lang bestehen.
Die Polizei hatte dazu strenge Kontrollen angekündigt. Diese würden stichprobenartig vorgenommen, erklärte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst. Wenn die Betroffenen dabei keine triftigen Gründe für ihren Aufenthalt am Ort der Kontrolle darlegen könnten, würden Anzeigen gestellt und die Reisenden zurückgeschickt.

Interaktive Karte in Internet bereitgestellt

Dazu hat der zuständige Landesbetrieb eine interaktive Karte bereitgestellt. Auf dem Kartennavigator Brandenburgviewer könne im Internet jeder Bürger sehen, wie weit der Bewegungsradius aus dem betroffenen Landkreis oder der kreisfreien Stadt reiche, teilte der Betrieb Landesvermessung und Geobasisinformation (LGB) mit. Dafür müsse im Menü der Kartenebenen der neue Punkt „Corona: 15-Kilometer-Grenze“ angeklickt werden.
Dort wird für jeden Landkreis und kreisfreie Stadt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sowie der erlaubte Bewegungsradius angezeigt. So reicht der Radius für Bürger aus Potsdam im Osten bis Berlin Mitte, im Süden bis Beelitz, im Westen bis Groß Kreutz (Potsdam-Mittelmark) und im Norden bis Schönwalde-Glien (Havelland).

Landkreis Spree-Neiße bleibt größter Hotspot

Der größte Corona-Hotspot blieb der Landkreis Spree-Neiße mit einer 7-Tage-Inzidenz von 568,9. Der Landrat von Spree-Neiße, Harald Altekrüger (CDU) zeigte sich sehr besorgt. „Die Belastung der Krankenhäuser in Spremberg, Forst und Guben ist auf Dauer nicht zu verantworten: Mehrfach mussten Patientinnen und Patienten bereits nach Berlin verlegt werden, da unsere regionale Kapazität erschöpft ist“, sagte er laut Mitteilung.
Der Landkreis habe dennoch beschlossen, die Kitas offen zu halten, sagte Altekrüger. „Damit es dabei bleiben kann, appelliere ich jedoch erneut an die Bürgerinnen und Bürger, sich streng an die geltenden Schutzmaßnahmen zu halten“, sagte er. „Es zählt weiterhin jeder Tag, an dem wir Neuerkrankungen eindämmen können.“

Neuer Höchststand bei Todesfällen

Unterdessen hat die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Erkrankung an Covid-19 innerhalb eines Tages einen neuen Höchststand erreicht. Seit Freitag seien 63 weitere Todesfälle gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Die Gesamtzahl dieser Todesfälle seit Beginn der Pandemie stieg auf 1472. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen stieg nach Angaben des Ministeriums innerhalb von 24 Stunden um 1173 Fälle. Aktuell mit dem Coronavirus infiziert waren 17 301 Menschen, 765 mehr als am Vortag. Auch dies war ein neuer Höchststand.
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