Blumenläden in Brandenburg leiden unter der Corona-Pandemie. „Wir haben 50 bis sogar 70 Prozent Umsatzrückgang beim Wintergeschäft“, sagte Andreas Jende, Sprecher beim Landesgartenbauverband. Zwar stellten einige Geschäfte für ihre Kunden einen Abholservice bereit. Dennoch wanderten „erhebliche Mengen“ beispielsweise des Klassikers aus den Wintermonaten, dem Weihnachtsstern, in der Tonne, so Jende. Ein Betrieb aus dem Oderbruch (Kreis Märkisch-Oderland) habe 7000 Weihnachtssterne wegschmeißen müssen. Es sei zu teuer, die Zierpflanze, die in Mexiko wild am Straßenrand wachse, bereitzuhalten.

Kultivierung kostet viel Geld

Weihnachtssterne, Winterazaleen und Glücksklee, das sind um den Jahreswechsel eigentlich verkaufsstarke Pflanzen. Doch seit dem zweiten Lockdown ab dem 16. Dezember sind Blumenläden zu. Zwar könne der Weihnachtsstern theoretisch ganzjährig verkauft werden, aber er sei nun einmal eine Weihnachtsdekoration und werde auch zum Fest gerne gekauft. Die Kultivierung der Pflanze, bis die Läden wieder öffneten, koste viel Geld, denn der Weihnachtsstern braucht mindestens Temperaturen von zehn Grad, erklärte Jende. Das ist gerade im Winter schwierig.
Für die Winterazalee, ebenfalls eine verkaufsstarke Winterkultur, suchten Gärtnereien, die für den Einzelhandel produzieren, händeringend nach Absatzmöglichkeiten. Da auch Baumärkte geschlossen sind, versuchen sie es über Läden, die noch offenbleiben dürfen wie Supermärkte.

Erhöhte Nachfrage an Trauerfloristik durch Corona

Makaber, aber wahr: Nach Worten von Jende ist die Nachfrage nach Trauerfloristik derzeit im Vergleich zu den Vorjahren wegen der erhöhten Sterbezahlen durch die Corona-Pandemie wesentlich höher. Das hätten ihm auch Geschäftsführer anderer Landesverbände berichtet. Durch die erhöhte Nachfrage könnten die Geschäfte rund 10 bis 15 Prozent des Umsatzrückganges kompensieren. Doch es lohne nicht, die Läden extra dafür in Betrieb zu halten. Denn auch der Blumenstrauß zum Verschenken sei mangels Anlässen derzeit nicht gefragt.

Keine einheitliche bundesweite Regelung

Den Geschäftsführer stört vor allem der Flickenteppich, der in Deutschland zu den Regeln über die Schließung von Blumenläden herrsche. „Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern durften die Blumenläden noch offenhalten, während sie in Berlin und Brandenburg schließen mussten. Wo ist die Stringenz?“ Wichtig sei nun, dass die Geschäfte zur Frühjahrszeit, der wichtigsten Verkaufszeit für den Blumenhandel, wieder öffnen könnten.
Der Online-Absatz habe wie in anderen Branchen zugenommen, vermutet Jende. Allerdings sei der Versand von blühenden Pflanzen nicht so einfach wie bei Büchern. Es ist ein „transportsensibles Produkt“, sagte Jende. Außerdem laufe der Verkauf bei Blumen über anfassen, fühlen und riechen.
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