Wie genau sind die Regeln für die Schulen?
Von Mittwoch an bis mindestens 19. April gibt es an Brandenburger Schulen keinen Unterricht und auch keine Betreuung. Alle Klassenfahrten und schulischen Veranstaltungen werden abgesagt. Auch Praktika finden nicht statt.
Wo werden die Schulkinder dann betreut?
Darum müssen sich die Eltern kümmern. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die größte Herausforderung", sagt Sebastian Heimann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Familienverbandes. Er rät dazu, das Gespräch mit den Arbeitgebern zu suchen. Er warnt davor, einfach nicht mehr zur Arbeit zu gehen.
Gibt es Ausnahmen?
Ja, wenn beide Elternteile in kritischen Infrastrukturbereichen arbeiten, können die Kinder in einer Notbetreuung untergebracht werden. In Brandenburg gehören dazu: der Gesundheitsbereich, bestimmte Verwaltungsposten, Polizei, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Feuerwehr, der Vollzugsbereich, die Energie- und Abfallbranche, die Ab- und Wasserversorgung, der Öffentliche Personennahverkehr, Landwirtschaft, Handel, Versorgungswirtschaft, Ernährungswirtschaft, Lebensmittel, Einzelhandel sowie die Kindertagesbetreuung selbst.
Wer übernimmt die Kosten für ausgefallene Klassenfahrten?
Sollten Stornierungskosten für Klassenfahrten vor dem 19. April entstehen, werden diese vom Land übernommen.
Und andere Kosten?
Vieles ist noch ungeklärt. Auch was passiert, wenn Eltern in Notlagen geraten, wenn ihnen Teile des Lohns ausfallen, ist nicht sicher. Der Familienverband wirbt deshalb grundsätzlich für ein vorübergehendes Betreuungsbudget. "Das wäre eine sehr gute Möglichkeit, in einer angespannten Lage – zum Beispiel wenn Arbeitnehmer kein Homeoffice machen können – zu signalisieren: Der Staat ist für uns da", sagt Heimann. Die Höhe des Betreuungsgeldes könnte zwischen 800 und 1000 Euro liegen.
Was ist mit den Abiturprüfungen?
Die Prüfungen sollen am 20. April beginnen, also einen Tag nach dem Ende der Schulschließungen. Ob es so kommt, ist derzeit unklar. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) weist darauf hin, dass es im Mai Ausweichtermine geben soll. Die könnten auch von Jugendlichen wahrgenommen werden, die sich für die eigentlichen Termine nicht ausreichend vorbereitet fühlen.