Brandenburger Schausteller vermissen nach der Absage der Weihnachtsmärkte wegen der Corona-Pandemie mehr Unterstützung durch die Politik. „Uns wird buchstäblich der Boden unter den Füßen gerissen“, sagte Thilo-Harry Wollenschläger von der Interessengemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Schausteller am Freitag. Die Schausteller würden sich wünschen, dass sie von Seiten der Politik öfter ein offenes Ohr für ihre Sorgen finden würden. „Wir sind unverschuldet in Not geraten“, betonte er. Kredite müssten bedient werden, Ausgaben fielen weiter an und auch das Überleben der Familien müsse gesichert werden. Viele Kollegen hätten bereits die Rücklagen für die Altersvorsorge angegriffen, um laufende Betriebsausgaben zu decken, beschrieb Wollenschläger die Lage.

Versprechen an Schausteller gebrochen

Jacqueline Hainlein-Noack, Vorsitzende der Interessengemeinschaft, beklagte „gebrochene Zusagen, realitätsfernes Entscheidungswirrwarr bis zum Verletzen der Daseinsfürsorge durch Politik und Verwaltungen“. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums können betroffene Schausteller sofort Überbrückungshilfe III Plus beantragen. Für Soloselbstständige steht die Neustarthilfe Plus bereit.
Unterdessen haben sich nach einem Konzert mit 2G-Regel plus Testung in einer Potsdamer Kirche am 4. Dezember elf der aufgetretenen 36 Sänger mit Corona infiziert. Sieben von ihnen leben in Potsdam. Am Dienstag sei das Potsdamer Gesundheitsamt vom zuständigen Amt eines in Berlin lebenden Betroffenen informiert worden, dass bei diesem eine Omikron-Variante nachgewiesen worden sei, so Stadtsprecher Jan Brunzlow. Die betroffenen Sänger sind demnach nun in Quarantäne. Nach dem Omikron-Verdachtsfall seien weitere Befunde veranlasst worden bei allen Besuchern - ohne positives Ergebnis. Auch die übrigen Musiker würden erneut getestet. Ergebnisse stünden noch aus.

Omikron in Brandenburg

Mit Blick auf die Omikron-Variante sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Freitag, Booster-Impfungen seien jetzt das „Gebot der Stunde“. „Nach allem, was wir über Omikron wissen, ist die dritte Impfung jetzt ganz entscheidend.“
Beim Impfen gegen das Coronavirus kommt das Land weiter voran: In den vergangenen sieben Tagen wurden laut Gesundheitsministerium 191 818 Impfungen verabreicht. Damit sei das Ziel der Landesregierung von
160 000 Impfungen pro Woche deutlich übertroffen worden, so Nonnemacher. 63,5 Prozent der Bevölkerung ist vollständig geimpft. Brandenburg liegt damit weiter auf dem vorletzten Platz im Bundesländervergleich. Darüber hinaus haben 24,8 Prozent Bürger eine Auffrischungsimpfung erhalten.
Die Impfangebote werden unterdessen landesweit weiter ausgebaut - auch kurzfristig. So findet den Angaben zufolge an diesem Samstag (18.12.) eine Impfaktion ohne Terminvereinbarung im Spaßbad Tropical Islands (Dahme-Spreewald) statt.
Die Zahl der Covid-Patienten in den Kliniken sank leicht, bleibt aber weiter hoch. Nach 28,2 Prozent am Vortag sank ihr Anteil zuletzt auf 27,2 Prozent (Stand Donnerstag). Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ging landesweit leicht zurück - von 586,7 auf 577,0 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage je 100 000 Einwohner.
Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Schüler und Lehrer ist im Wochenvergleich leicht zurückgegangen. 341 Lehrkräfte seien positiv getestet worden, darunter habe es 20 Neuinfektionen am Stichtag (16. Dezember) gegeben, teilte das Bildungsministerium am Freitag mit. In der Vorwoche gab es den Angaben zufolge 372 positive Tests (Anteil: 1,49 Prozent). 453 Lehrkräfte sind in Quarantäne nach 545 in der Vorwoche.

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