Als die Infektionslage es zugelassen habe, habe zunächst die Vorbereitung der Abschlussklassen auf ihre Prüfungen Priorität gehabt. "Und ich bin stolz darauf, dass unter diesen Rahmenbedingungen 10 000 Schüler ihr Abitur und 20 000 weitere ihren Mittleren Abschluss gemacht haben und damit keine Nachteile für ihr künftiges Leben erlitten haben."
Ernst verwies zudem darauf, dass Ende April bereits wieder 50 Prozent der Kinder in den Kitas und im Mai die Hälfte der Schüler wieder im Unterricht gewesen seien. "Das war in anderen Bundesländern nicht so", betonte sie. Nach den Sommerferien müsse beim Start des Regelbetriebs zunächst der Lernstand der Schüler festgestellt werden. "Und dann werden wir entscheiden, ob wir Unterricht an Sonnabenden oder in den Ferien brauchen."
Die Opposition hatte der Bildungsministerin zuvor in der erregten Debatte Tatenlosigkeit in der Corona-Krise vorgeworfen. "Von den Schließungen Mitte März bis Ende April haben Sie keinen Vorschlag vorgelegt, wie es mit den Schulen weitergehen soll", beklagte der AfD-Abgeordnete Dennis Hohloch. "Und statt der Abschlussklassen hätten als ersten die Grundschüler zurück in die Schulen gehört, um die grundlegenden Fertigkeiten in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik zu erlernen."
Auch Linksfraktionschefin Kathrin Dannenberg hielt der Ministerin Zögerlichkeit vor. "Sie haben gewartet und gewartet und gewartet: Bis Frau Merkel oder die Kultusministerkonferenz Beschlüsse gefasst haben", kritisierte sie. Die Entscheidungen zur Öffnung der Kitas am 15. Juni und der Schulen nach den Sommerferien seien stets zu spät gefallen und hätten den Einrichtungen nicht genügend Vorbereitungszeit gelassen. "Und noch immer bewegen wir uns in einem Wirrwarr von Entscheidungen und Verordnungen, das Eltern, pädagogisches Personal und Verwaltungen oft ratlos zurücklässt."
Ohne Gegenstimmen befürwortete der Landtag einen von den rot-schwarz-grünen Koalitionsfraktionen eingebrachten Aktionsplan für eine bessere Ausstattung der Schulen und Schüler mit digitaler Technik. Dazu soll unter anderen die Abgabe von Tablets an Schüler, die Umrüstung von Klassenzimmern mit Konferenzsystem für Online-Unterricht und die Fortbildung von Lehrkräften gehören.