Wer darf mit wem an einem Tisch sitzen?

Eine böse Überraschung auch für den Gaststättenverband Dehoga, wie dessen Präsident Olaf Schöpe am Donnerstagabend dieser Zeitung sagte. „Es gab ganz aktuell noch eine neue Ansage vom Land, die leider den sonstigen Regeln für Treffen in der Öffentlichkeit widerspricht: Es dürfen beim Gaststättenbesuch nur Personen aus einem Hausstand an einem Tisch sitzen. Es sei denn, der Tisch ist zum Beispiel mindestens 1,50 Meter breit, damit auf diese Art der Abstand gewahrt bleibt. Dann können sich auch Leute gegenübersitzen, die nicht unter einem Dach leben“, erklärte Schöpe.
In vielen Gaststätten das bewerkstelligt werden kann, wird sich zeigen. Eine Ausnahme von der Ein-Tisch-Abstandsregel gibt es bei Ehe- oder Lebenspartnern sowie Menschen, für die man Sorge- oder Umgangsrecht hat, die aber woanders leben.
Die Verschärfung sei unerfreulich für die Branche, die ohnehin Sorgen habe, ob sie unter den besonderen Bedingungen genug Einnahmen erzielen könne. „Die Kollegen fragen sich, ob sie mit den Auflagen effizient arbeiten können. Es muss sich ja für sie am Ende lohnen“, gab Schöpe zu bedenken. Nach seinen Worten sei man bis Donnerstag davon ausgegangen, dass sich Personen aus zwei Hausständen an einen Tisch setzen könnten. Das hätte den derzeitigen Regeln der Eindämmungsverordnung für Begegnungen von Menschen entsprochen.
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In manchen Landkreisen gibt es eigene Regelungen 

Unbefriedigend sei zudem, dass nun auch noch manche Landräte oder Oberbürgermeister eigene Regelungen ersonnen hätten. Da sei dann auf einmal nicht mehr von den 1,50 Metern Abstand die Rede, sondern vom Verhältnis der zulässigen Gästezahl zur Lokalfläche in Quadratmetern. Man werde nun das Gespräch suchen um unnötige Unterschiede zwischen den Landkreisen zu vermeiden, kündigte der Dehoga-Präsident an. Zu zwei anderen häufig gestellten Fragen sagte er: „Es gibt für die Gäste keine Pflicht, ihre Daten zu hinterlassen. Und für den Mundschutz gilt: Jeder darf, keiner muss.“ Schöpe appellierte an die Bürger, trotz der schwierigen Bedingungen nicht zu zurückhaltend zu sein: „Liebe Gäste, haben Sie den Mut, zu uns zukommen!“

Zu welchen Zeiten dürfen Gäste in Restaurants, Kneipen und Cafés? 

Gastronomiebetriebe, die zubereitete Speisen anbieten, öffnen ab dem 15. Mai von 6.00 bis 22.00 Uhr für den Publikumsverkehr. Voraussetzung ist, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten und sichergestellt werden. Bislang blieben gastronomische Angebote auf den Außer-Haus-Verkauf beschränkt. Genaueres steht in einer Handreichung für das Gastgewerbe von Wirtschaftsministerium und Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Brandenburg.

Kann man Restaurants, Kneipen und Cafés spontan besuchen?

Gäste sollten möglichst vorher einen Platz reservieren, empfiehlt die Dehoga. So können vom Betreiber die Kapazitätsgrenzen kontrolliert und Überbuchungen verhindert werden. Zudem kann eine Ankunftszeit mit den Gästen vereinbart werden, um Warteschlangen und gleichzeitiges Erscheinen zu verhindern. Gäste können sowohl draußen als auch drinnen bedient werden. Zudem sollten sich die Besucher darauf einstellen, dass sie zur Kontaktverfolgung durch den Betreiber ihren Namen in eine Liste eintragen und sich so als Gäste registrieren. Auch das hat die Dehoga empfohlen.

Welche Hygienevorschriften gibt es für Gäste?

Besucher müssen vor dem Betreten eines Gastraums gründlich die Hände desinfizieren, die Restaurant-und Gaststättenbetreiber sollten die Mittel dafür am Eingang bereitstellen. Zudem wird Gästen ein Platz zugewiesen. Die Garderobe wird nicht entgegengenommen, sie soll am Platz verbleiben. Besucher sollten Körperkontakt vermeiden, Händeschütteln oder Schulterklopfen unterlassen und beim Kommunizieren den Mindestabstand von anderthalb Metern einhalten. Zudem sollten sie in die Armbeuge husten oder niesen. Die Gastronomen setzen auch auf das gegenseitige Verständnis. Aus Rücksicht auf andere sollte der Gast beispielsweise die Atem-Mund-Maske beim Gang zur Toilette tragen. Gäste sollten nach Möglichkeit kontaktlos zahlen.

Wer darf mit wem an einem Tisch sitzen? 

Hier gilt die Eindämmungsverordnung des Landes. Mit den zuletzt gelockerten Kontaktbeschränkungen darf es Zusammenkünfte im privaten oder familiären Bereich mit Personen des eigenen sowie eines weiteren Haushalts geben - diese Menschen dürfen also an einem Tisch sitzen. Zwischen Personen ist grundsätzlich ein Mindestabstand von anderthalb Metern einzuhalten. Das gilt nicht für Ehe- oder Lebenspartner oder Angehörige des eigenen Haushalts sowie für Personen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht besteht.

Wie können mögliche Infektionsketten zurückverfolgt werden? 

Im Fall der Fälle kann das durch die Kontaktdaten der Gäste gewährleistet werden. Der jeweilige Gastronomiebetrieb sollte auf Empfehlung der Dehoga die Daten aller Gäste pro Reservierung oder Anmeldung erfassen. Diese Daten dürfen einen Monat aufbewahrt, sie dürfen aber nicht für andere Zwecke verwendet werden.