Die Corona-Krise bringt die Gesundheitsämter der Kreise und kreisfreien Städte in Brandenburg an den Rand der Belastbarkeit. „Auch bei uns ist ein Drittel der Gesundheitsämter absolut am Limit“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Donnerstag in einer Videokonferenz der Fachpolitiker des Landtages. Ein weiteres Drittel der Ämter sei deutlich überlastet, ein Drittel komme einigermaßen hinterher.

Infektionsschutz und Kontaktnachverfolgung

Die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte kümmern sich - teils mit Hilfe der Bundeswehr - unter anderem um Maßnahmen zum Infektionsschutz und zur Nachverfolgung von Kontakten infizierter Menschen. Einige Labore seien überlastet, berichtete Nonnemacher. Bei Corona-Tests müssten Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheime Vorrang haben. Die freiwilligen Tests des Landes für Lehrer und Erzieher liefen weiter.
Eine Überlastung der Krankenhäuser ist der Ministerin nach eigener Darstellung derzeit nicht bekannt. Der Anteil der Covid-19-Patienten an allen Intensivbetten in den Brandenburger Krankenhaus-Standorten nahm von Mittwoch auf Donnerstag leicht von 7,5 auf 7,8 Prozent zu. Von rund 800 Intensivbetten ist noch etwa ein Viertel frei, in Berlin nur rund 13 Prozent. Das Klinikum Niederlausitz in Senftenberg und Lauchhammer berichtete von einem hohen Aufkommen akut kranker Patienten und einer sehr hohen Belastung des medizinischen Personals in den Notaufnahmen. Derzeit seien zwei Intensivbetten frei, aber in den kommenden Tagen sollten weitere Kapazitäten bereitstehen.
Nonnemacher nannte die Zunahme der Corona-Ansteckungen besorgniserregend. „Wir müssen alles Erdenkliche tun, um dieses Infektionsgeschehen wieder abzubremsen“, sagte die Ministerin. Sie verteidigte die drastischen Einschränkungen und sieht keine Möglichkeit für Lockerungen. „Wir können froh sein, wenn wir mit den beschlossenen Maßnahmen überhaupt auskommen.“ Seit Montag haben Gaststätten, Kinos, Theater, Museen und Fitnessstudios geschlossen; Gaststätten können Speisen liefern oder abholen lassen.

Vager Hinweis auf geringeren Anstieg von Corona-Neuinfektionen

Die Ministerin verteidigte die drastischen Einschränkungen, die in Brandenburg seit Montag gelten. „Wir können froh sein, wenn wir mit den beschlossenen Maßnahmen überhaupt auskommen.“ Nonnemacher sieht einen vagen Hinweis für eine Abschwächung des Anstiegs der Infektionen, weil die Reproduktionszahl in Deutschland laut Robert Koch-Institut zuletzt bei 0,81 und damit unter eins lag. Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa acht weitere Menschen anstecken. Das reiche aber noch nicht, sagte die Grünen-Politikerin.
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