In Berlin und Brandenburg sind in diesem Jahr 15.544 Anträge auf Einsicht in Stasi-Akten gestellt worden (Stand 30. November). Die meisten davon entfielen auf die Zentrale der Stasi-Unterlagen-Behörde (13.996) in der Hauptstadt. In der Außenstelle Frankfurt (Oder) wurde im 30. Jahr der Deutschen Einheit 1548 Mal beantragt, in Papiere zu schauen, die die DDR-Staatssicherheit rechtswidrig über Menschen anlegte.
Das Interesse der Menschen an der Vergangenheit sei noch immer hoch, gehe aber im Vergleich zu früheren Jahren zurück, sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der Deutschen Presse-Agentur.

2588 Anträge aus Frankfurt (Oder)

So wurden im vergangenen Jahr in Berlin 18.020 Anträge auf persönliche Akteneinsicht registriert, in Frankfurt (Oder) waren es 2588. Im Schnitt kämen zwei Drittel der Anträge von Menschen, die den Blick in die Vergangenheit zum ersten Mal wagen wollten. Ein Drittel seien Wiederholungsanträge, da jetzt die Akten weiter erschlossen seien als etwa in den 1990er Jahren.

1992 war Interesse in Einsicht der Stasi-Akten riesig

1992 war das Interesse an der persönlichen Akteneinsicht riesig, die mit der neu gegründeten Stasi-Unterlagen-Behörde möglich wurde. In dem Jahr wurden allein in Berlin 54.528 solcher Anträge registriert. In Frankfurt (Oder) summierten sich die Wünsche auf Akteneinsicht auf 34.836, in der inzwischen geschlossenen Außenstelle in Potsdam waren es damals 29.572.
Bis heute gingen in Berlin bei der Bundesbehörde mehr als eine dreiviertel Million Anträge (829.297) ein. In Brandenburg wurden seit Gründung der Bundesbehörde 311 854 Anträge registriert.
Die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit sei nicht abgeschlossen, unterstrich Jahn. Die Stasi-Akten, die 2021 unter das Dach des Bundesarchivs kommen, bleiben demnach zugänglich.