Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat den Kompromiss begrüßt. "Von der Respektrente werden insbesondere Ostdeutsche profitieren", sagte der SPD-Politiker. Seine Partei im Landtag sieht den Kompromiss als Schutz vor Altersarmut. "SPD und Union im Bund haben eine vernünftige Lösung gefunden, die den betroffenen Menschen ein würdiges Leben im Alter ermöglichen wird", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Björn Lüttmann.
Der Frankfurter Bundestags-Abgeordnete Martin Patzelt (CDU) sieht sich in seiner Politik bestätigt: Die Einigung ist "genau der Gedanke, den ich hatte: Einkommen prüfen, Vermögen nicht antasten", betonte er am Montag. Sein Fraktionskollege Jens Koeppen aus der Uckermark ist da kritischer. Es sei ein teurer Kompromiss. "Der Sozialstaat soll die Bedürftigen unterstützen und nicht neue teure Mitnahmeeffekte schaffen", mahnte Koeppen. Wie Koeppen befürwortet auch Hans-Christian Karbe, Vorsitzender des Seniorenbeirates im Landkreis Oder-Spree eine Bedürftigkeitsprüfung. Es gebe viele Leute, die wahnsinnige Vermögen hätten. "Wieso sollte man die mit höheren Renten unterstützen?", fragt sich Karbe.
Aus Sicht der Brandenburger Linksfraktion bleibt vor allem Altersarmut als gesellschaftliches Problem bestehen, sagt Sprecherin Alexa Lamberz. Viele Brandenburger würden auf Grund ihrer gebrochenen Erwerbsbiografien gar nicht auf 35 Beitragsjahre kommen. Die Grünen im Landtag zweifeln indes daran, dass die Grundrente als wirksames Instrument zur Bekämpfung von Altersarmut taugt.