Das vom Chef der Enquetekommission, Stefan Ludwig (Linke), vorgelegte Papier sieht vor, dass künftig die Kreise wesentliche Aufgaben der Landesverwaltung übernehmen sollen. Vorgeschlagen wird unter anderem, die Überprüfung des Arbeitsschutzes und die Bearbeitung von Versorgungsleistungen künftig von den Kreisen durchführen zu lassen.
Voraussetzung sei jedoch, dass sich die Zahl der Landkreise von derzeit 14 auf 8 verringere und nur Potsdam als kreisfreie Stadt übrig bliebe. In dieser Struktur könnten entsprechende Fallzahlen effektiv bearbeitet werden. Auch die Aufsicht über Kinder-und Jugendeinrichtungen müsse nicht länger in einem speziellen Landesamt erfolgen, sondern könnten die Kreise ausführen. Allenfalls eine Sonderaufsicht bliebe im Ministerium angesiedelt, empfiehlt das Papier, das wissenschaftliche Gutachten und Wünsche der Fraktionen und Kommunen zusammenfasst. Die Schulaufsicht würde jedoch weiter beim Land bleiben.
Auch das Landesdenkmalamt wird als entbehrlich angesehen. Die jetzt noch erforderliche Einvernehmensregelung zwischen Denkmalamt und Unterer Denkmalschutzbehörde sei nicht mehr erforderlich, da die Spezialkenntnisse inzwischen auch bei den Kreisen vorhanden seien. "Aus Sicht der Enquetekommission ist der Betrieb des Archäologischen Landesmuseums keine Aufgabe, die in der unmittelbaren Landesverwaltung wahrgenommen werden sollte", heißt es weiter. Das Papier empfiehlt einen Freien Träger dafür zu finden und die Stadt Brandenburg, wo es beheimatet ist, zur Finanzierung heranzuziehen.
Auch die Landesfachstelle für Archive und öffentliche Bibliotheken sowie der Betrieb von drei Naturschutzstationen samt der Trappenstation im Havelland wird als entbehrlich angesehen. Vorgeschlagen wird weiter, das Landesamt für Bauen und Verkehr sowie das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung zu kommunalisieren.
Werden die Pläne umgesetzt, blieben vom Landesumwelt- und Gesundheitsamt, das als verkapptes Landesverwaltungsamt bezeichnet wird, nur die Grundsatzabteilung beim zuständigen Ministerium übrig. Der Rest der Aufgaben und Mitarbeiten würde verteilt.
Zum Landeslabor heißt es, dessen Monopolstellung solle auslaufen, um privaten Laboren mehr Chancen zu eröffnen. Empfohlen wird außerdem, die Zahl der Wasser- und Abwasserzweckverbände drastisch zu reduzieren.