Der studierte Volkswirtschaftler und Agraringenieur, der einige Jahre am Potsdam-Institut für Klimaforschung arbeitete, feilte schließlich am Konzept seiner "Gemüseackerdemie", in der Schulklassen selbstständig Gemüse produzieren und vermarkten sollen und nebenbei landwirtschaftliches Basiswissen erlernen. Zusammen mit vier Mitstreitern gründete er einen Verein, der bald zu einer Firma werden soll. Sechs Schulen aus Brandenburg und Berlin nutzen bereits sein Angebot, im kommenden Jahr sollen 15 weitere hinzukommen.
Der 31-Jährige wurde dabei vom Gründer- und Innovationszentrum der Potsdamer Universität unterstützt. Schon 45 Studenten oder Absolventen der Hochschule haben sich seit Jahresbeginn über diesen Weg selbstständig gemacht - vor fünf Jahren waren es halb so viele. "Mittlerweile gibt es Gründer selbst in Geisteswissenschaften", sagt Wulf Bickenbach, Leiter der Einrichtung. Zunehmend beobachtet er, dass auch Studenten unterschiedlicher Fachbereiche eine Firma gründen.
Nach einer gemeinsamen Umfrage von zehn Hochschulen in Berlin und Brandenburg, die am Mittwoch vorgestellt wurde, hat vor allem in den vergangenen zehn Jahren ein Gründerboom die Hörsäle erfasst. So gaben 720 befragte Unternehmen an, insgesamt 17000 Arbeitsplätze geschaffen zu haben. Deren Jahresumsatz lag im vergangenen Jahr bei 1,7 Milliarden Euro. Dies entspreche in etwa den Summen, die beide Bundesländer jährlich für die Hochschulen aufwenden, sagte der Präsident der TU Berlin, Christian Thomsen, bei der Präsentation der Studie. "Die Region hat damit international eine Vorreiterrolle eingenommen." Allein in den Bereichen Medien/Design, Forschungsberatung und IT-Dienstleistungen wurde die Hälfte der Start-ups gegründet. Eine entscheidende Rolle komme den an fast allen Hochschulen etablierten Gründerzentren zu.
"Diese Zahlen sind beeindruckend", sagt auch Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam. "Wir haben großen Optimismus, dass dieser positive Trend anhält." Allerdings hätten die jungen Firmen bislang noch Probleme, an fremdes Kapital zu gelangen. Auch die "Gemüseackerdemie" sucht noch nach Geldgebern. "Das Einnahmemodell muss natürlich noch optimiert werden", sagt Schmitz.