In seiner Laudatio erklärte der frühere polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski, Schröder habe wie kein anderer Journalist Brandenburgs das deutsch-polnische Zusammenleben in der Fokus der Berichterstattung gerückt und sei dabei über die Grenzregion hinaus "zu einer Institution für Belange diesseits und jenseits der Oder geworden." Er verbinde "den kritischen Blick auf Probleme und Erfolge im Zusammenwachsen Europas mit sachkundigen Betrachtungen zur Entwicklung im Osten des Kontinents und einem sympathischen Patriotismus für Frankfurt und Slubice".
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bezeichnete Schröder als einen "Pionier der deutsch-polnischen Grenzberichterstattung", der seit vielen Jahren dieser Zeitung mit seinen Reportagen und "seinem unbestechlichen Blick auf das Wesentliche im deutsch-polnischen Alltag im wahrsten Sinne des Wortes einen Qualitätsstempel" aufdrücke. Dafür gebühre ihm ein Ehrenpreis des Ministerpräsidenten des Landes.
Bei den Medientagen wurde zum 17. Mal der Deutsch-Polnische-Journalistenpreis in den Kategorien Print, Hörfunk, Fernsehen und - erstmals - "Journalismus in der Grenzregion" verliehen. Die Preise sind mit jeweils 5000 Euro dotiert und seit 2013 nach dem verstorbenen früheren polnischen Regierungschef Tadeusz Mazowiecki benannt.
Dietrich Schröder (53) stammt aus Thüringen. Seine journalistische Laufbahn begann er 1986 beim "Neuen Tag" in Frankfurt (Oder). Seit der Wende widmet er sich insbesondere den Beziehungen zu den östlichen Nachbarn - und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. 1995 erhielt er den Theodor-Wolff-Preis für eine Serie über den Abzug der sowjetischen Soldaten aus Deutschland und der Ankunft in der Heimat. Ein Jahr später folgte der Wächter-Preis für die Berichterstattung über die Probleme der deutsch-polnischen Zusammenarbeit der Polizei. 2002 erhielt Schröder die Europa-Urkunde der Landesregierung für seine Arbeiten über die Auswirkungen der Osterweiterung der EU für die Menschen diesseits und jenseits der Oder.